Ehrung für Nazi-Opfer Lichtenfels erinnert an seine jüdische Geschichte

Die Novemberpogrome zerstörten das Leben von Sofiezusammen. Seine abgrundtiefe Foto: Arno Schimmelpfennig

Lichtenfels wird am 17. Oktober zum Schauplatz einer wichtigen Veranstaltungen der Erinnerungskultur und Antisemitismusprävention in Deutschland.

Lichtenfels - Das jüdische Leben in Deutschland blickt auf eine 1700-jährige Geschichte zurück, die mit dem bundesweiten Festjahr 2021 begangen wird. Am Sonntag, 17. Oktober, laden die Stadt Lichtenfels und die Veranstaltungsreihe „Guter Ort“ zu Begegnungen mit der jüdischen Geschichte Frankens ein. Um 9.30 Uhr wird mit der Enthüllung des Straßenschildes „Sofie-Seliger-Weg“ (abgehend von der St.-Veit-Straße) der jüdischen Opfer nationalsozialistischer Gewalt gedacht. Der Urenkel und die Urenkelin von Sofie und Arnold Seliger werden als israelische Ehrengäste an der Zeremonie teilnehmen. Die Stadt Lichtenfels hat in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Informationstafeln zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und des jüdischen Friedhofs gestalten lassen, die dort um 13 Uhr enthüllt werden.

Nach einem Begegnungsforum ab 13.30 Uhr beginnt in der Herzog-Otto-Mittelschule um 15 Uhr die Kernveranstaltung „Guter Ort“. Hier erklingen zum ersten Mal drei jüdische Musikstücke, die der israelische Komponist Danny Donner für das eigens für diesen Tag gegründete Projekt-Jugendorchester arrangiert hat. Mit Roman Haller kommt ein bedeutender Holocaustüberlebender nach Lichtenfels. Thomas Sparr, Leiter des jüdischen Verlages Berlin, wird von den weltbekannten jüdischen Autoren erzählen, die aus Franken stammen. Günter Dippold hält den zentralen Vortrag zu „Leben und Verfolgung der Lichtenfelser Juden“.

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