Eigener Inhalt Cupra Ateca: Hoch. Leistung. Sport.

Es läuft gerade nicht schlecht bei Seat. Oder sollte man besser sagen: fährt? So oder so: Zehn Jahre in Folge legen die Katalanen zu - die jüngsten drei sogar zweistellig. Knapp 140000 verkaufte Exemplare in Deutschland bedeuten hinter Škoda Platz zwei bei den Importeuren - noch vor Renault und Hyundai.

Ihren Anteil am Erfolg haben auch die Cupra-Modelle. Nach 7413 Verkäufen 2018 waren es im vergangenen Jahr bereits knapp 11 000 – ein Zuwachs von 48 Prozent. Nur die Schärfsten von Seat durften früher das Gütesiegel tragen. Mittlerweile ist daraus eine eigene Identität geworden. Jeder vierte Ateca etwa ist aktuell ein Cupra.

Genau der macht gerade ganz besonders einen auf Sport. In einer auf 1999 Exemplare limitierten Edition mit viel Carbon, bronzefarbenem Zierrat und einem Titan-Auspuff von Röhr-Röhren-Spezialist Akrapovic? . Und selbst wenn man den heißblütigen Südländer eher mit Sonne verbindet als mit Minusgraden – er schlägt sich auch im Schnee achtbar. Selbst in tieferen Wehen und auch dann noch, wenn zwei seiner vier Beine kaum Grip haben.

Griffiger Untergrund allerdings ist das bevorzugte Geläuf. Schließlich haut der Cupra Ateca gepflegte 300 PS in den Triebstrang. Das sorgt für Anzug allüberall – und nur Show sind auch die schwarzen Plastikplanken nicht. Denn anders als viele Konkurrenten taugt der Fünftürer dank Allrad für mehr als nur Stöckchen und Steinchen – aber wegen seiner bloß 4,37 Meter Länge nicht wirklich zum Klima-Feindbild.

Beim Fahrwerk zahlt sich aus, dass der Ateca zwar hoch daherkommt, aber nicht aufgeschossen. Das Zusammenspiel mit der präzisen Lenkung garantiert, dass Martorells Jüngster trotz 1,6 Tonnen kaum aus dem Lot gerät. Vor allem in Stellung "Cupra" macht der Ateca, was man will – und zwar genau das. Für Ausflüge in und hinter den Grenzbereich lässt sich die elektronische Assistenz schrittweise beurlauben. Ein wenig Erfahrung in Sachen Flottfahrt kann da allerdings nicht schaden.

Eingefasst von schön konturierten Sitzen unter schwarzem Himmel fühlt man sich mehr in einem Flachflitzer denn in einem Sport-Nützling. Dazu tragen auch die Lenkrad-Wippen bei, mit denen sich das Sieben-Gang-DSG aus der Reserve locken lässt. Damit es nicht nur schnell hochgeht, sondern auch fix wieder runter, kommt das Editionsmodell serienmäßig mit einer 18-Zoll-Bremse. Stahlring an Alutopf – da darf’s dann auch mal eine Verzögerung mehr sein.

Was prima geht, ist aber auch die zahme Fahrt. Nicht die ureigenste Bestimmung, aber die Chance, in die Nähe der 8,8 Liter Verbrauch (WLTP) zu kommen. "Viel Pferd, viel Heu" ist halt ein so simpler wie wahrer Spruch. Selbstverständlich hält der Cupra Ateca brav die Spur, erkennt auch Fußgänger und wirft im Notfall den Anker. Optional blickt er in tote Winkel, wahrt Abstand, manövriert im Stau oder parkt. Wer statt Leuten auch mal Lasten bewegt – das Gepäckfach fasst 485 Liter, umgeklappt sind es 1579, und achtern an den Haken dürfen 2,1 Tonnen.

Apropos Haken: Unter 50 615 Euro ist man im Editionsmodell leider nicht dabei. Kleiner Trost: Die Aufpreis-Liste ist dafür erfreulich kurz. Und die Zielgruppe? Familien, sportliche Singles und Paare, deren Kinder aus dem Haus sind. Also fast alle. Nur Spießer sind garantiert nicht dabei.

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