Ein Trend bei Jugendlichen Coburger Chefarzt warnt vor E-Zigaretten

Dr. Claus Steppert, Chefarzt der Fachabteilung für Pneumologie am Regiomed-Klinikum Coburg und Leiter des Lungenzentrums warnt davor E-Zigaretten zu beschönigen Foto: picture alliance/dpa/Fabian Strauch

Immer weniger Menschen rauchen, allerdings erfreuen sich gerade bei jungen Menschen E-Zigaretten großer Beliebtheit. Das ruft Mediziner auf den Plan.

Jährlich sterben in Deutschland etwa 127 000 Menschen an den Folgen des Rauchens, viele durch Krebs. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen von COPD und Lungenemphysem rauchen oder haben geraucht. Durch die Aufnahme der Schadstoffe ins Blut werden die Blutgefäße und damit viele andere Organe geschädigt. So ist das Rauchen und das Passivrauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall, Artherosklerose, Durchblutungsstörungen, Erblindung, Typ-2 Diabetes und bei Frauen Frühgeburtlichkeit und plötzlichen Kindstod. Auch Einschränkungen beim Geruchs- und Geschmackssinn sind üblich.

Erfreulicherweise ist die Anzahl der Rauchenden in den letzten Jahren leicht rückläufig. Nur noch 23,8 Prozent der Erwachsenen gelten derzeit abhängig vom Glimmstängel. Und bei den Jugendlichen ist die Zigarette außer Mode gekommen – nur noch gut 6,6 Prozent zwischen 12 und 17 Jahren rauchen Zigaretten (Stand 2018). Dennoch zeigt der Rückgang gerade bei den jugendlichen Rauchern auch eine zweite Seite der Medaille: der Konsum von E-Zigaretten ist in dieser Altersgruppe stark angestiegen.

Dr. Claus Steppert, Chefarzt der Fachabteilung für Pneumologie am Regiomed-Klinikum Coburg und Leiter des Lungenzentrums warnt davor, diese Entwicklung zu beschönigen: „Es ist richtig, dass die meisten Schadstoffe in den E-Produkten nur etwa zehn Prozent derer in konventionellen Zigaretten betragen. Andererseits ist die Abhängigkeitsentwicklung durch das enthaltene Nikotin genauso hoch. „Der Mensch ist von der Natur bestimmt, saubere Luft zu atmen, keinen Rauch.“ red

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