Mittlerweile ächzt der Kontinentalverband wegen des komplizierten Turnierablaufs. Kommunikation und Logistik mit zehn Gastgebersprachen und vier Zeitzonen sind das Eine, sieben verschiedene Währungen und die große Ungewissheit möglicher Brexit-Folgen das Andere.
Die Aufstockung für den Spielort London auf sieben EM-Partien inklusive der ursprünglich geplanten zwei Halbfinals und des Endspiels hatte paradoxerweise hauptsächlich ökonomische Gründe. 80 Millionen Euro sparte man an Planungskosten ein, so verriet ein hochrangiger UEFA-Funktionär der Deutschen Presse-Agentur. Genau deshalb machte man nach dem Gastgeber-Entzug von Brüssel Wembley zum EM-Herz und entschied sich gegen Cardiff oder Stockholm als möglichen 13. Turnierort.
Für Löw wird der Heimvorteil mit Ende der Gruppenphase allerdings auch vorbei sein. In der K.o.-Phase ist je nach Abschneiden vor der Finalwoche im Wembley alles möglich - von Dublin bis Baku und von Bilbao bis St. Petersburg. "Reisestrapazen können ein Thema sein", sagte Löw. Das weiß er seit der komplizierten Turnierlogistik auf dem Weg zum WM-Titel 2014 in Brasilien.