Energiepreis Eindringliche Mahnung der IHK zu Coburg

Die enormen Steigerungen können kurzfristig nicht abgefedert werden, sagt Präsident Engel. Und fordert Gegenmaßnahmen der Bundesregierung.

Steigende Energiepreise machen den Unternehmen im Raum Coburg zu schaffen. Foto: dpa

Coburg - Die Wirtschaftsregion Coburg zeichnet sich durch eine der höchsten Industriedichten in Bayern mit Schwerpunkten im Maschinenbau, Automotive, der Kunststoffverarbeitenden Industrie und der Elektrotechnik aus. Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise haben auf die Unternehmen zum Teil dramatische Auswirkungen, wie die IHK zu Coburg in einer Pressemitteilung schreibt. So kostete etwa eine Megawattstunde (MWh) Strom im Januar 2019 auf dem Terminmarkt im Schnitt noch 48 Euro. Ende Dezember sprang der Börsenstrompreis dann mit 325 Euro pro MWh auf einen neuen Rekord. „Das im internationalen Vergleich hohe Strompreisniveau ist für diese Branchen bereits seit Jahren ein gravierender Wettbewerbsnachteil. Für unsere Unternehmen in den besonders energieintensiven Branchen wie der Keramik- und Kunststoffindustrie, der Rohstoffgewinnung und Lebensmittelerzeugung sind die aktuellen Energiepreissteigerungen zum Teil existenzgefährdend“, mahnt IHK-Präsident Dr. Andreas Engel.

Nach der Werbung weiterlesen

Die Dramatik werde sichtbar, wenn man sich vor Augen führt, dass derartige Steigerungen kurzfristig nicht abgefedert oder gar an die Kunden weitergegeben werden könnten. Bessere sich die Lage nicht, drohen Schließungen oder Verlagerungen von Unternehmen in Länder mit niedrigen Energiepreisen – und damit der Verlust von vielen Arbeitsplätzen in der Region.

Finanzmittel fehlen

„Verbleiben die Preise auf diesem Niveau, fehlen den Unternehmen die notwendigen Finanzmittel, um in neue Technologien zu investieren, mit denen in den kommenden Jahren das politisch vorgegebene Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll“, so Engel weiter. „Es braucht deshalb dringend Gegenmaßnahmen der Bundesregierung, um in der Transformationsphase Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten und der Gefahr einer zunehmenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken.“

Hierzu gehören aus Sicht der IHK zu Coburg ein wettbewerbsfähiger Gewerbestrompreis, die Senkung der Stromsteuer sowie das Vorziehen der Abschaffung der EEG-Umlage.

Zügiger Netzausbau

Auf dem Weg zur CO2-Neutralität gelte es zudem, die erneuerbaren Energien konsequent auszubauen und zu fördern. Dazu sind u. a. die Planungs- und Genehmigungsverfahren für zügigen Netzausbau sowie für den Bau von Gaskraftwerken und Windkraftanlagen incl. Repowering zu vereinfachen und zu beschleunigen sowie die Hürden für selbsterzeugten Strom abzubauen.

Bei aller Beschleunigung der Energiewende sei aber auch ein gewisser Pragmatismus in der Übergangsphase notwendig, damit neben dem Klimaschutz die Bezahlbarkeit und die Versorgungssicherheit nicht auf der Strecke bleiben.

Die IHK zu Coburg führt laut Pressemitteilung in den kommenden Tagen intensive Gespräche mit der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, um die Auswirkungen der aktuellen Klima- und Energiepolitik auf die hiesigen Unternehmen aufzuzeigen und Lösungsansätze zu erörtern.