Rückendeckung aus dem Kabinett
Rückendeckung erhielt Voigt dagegen aus seinem Kabinett. Thüringens Finanzministerin und BSW-Chefin Katja Wolf sagte, es sei keine Überraschung, dass die TU den Widerspruch gegen ihre eigene Entscheidung zurückweist. "Wir arbeiten vertrauensvoll mit Mario Voigt zusammen." Auch die Thüringer Sozialministerin und SPD-Vize-Landeschefin Katharina Schenk stellte sich hinter Voigt. Ihr sei nicht klar, "wie diese Doktorarbeits-Frage die Regierungsfähigkeit beeinträchtigen sollte".
Das BSW im Bund schlägt in der Debatte ganz andere Töne an als das Thüringer BSW, mit dem Voigt in einer Koalition zusammenarbeitet. Der BSW-Bundesvorsitzende Fabio De Masi sagte dem "Stern": "Mario Voigt sollte Thüringen eine weitere Hängepartie ersparen und Konsequenzen ziehen." Parteigründerin Sahra Wagenknecht übertrug einen BSW-Vorschlag aus dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt auf Thüringen: "Auch in Thüringen wäre es sinnvoll, einen im Land breit akzeptierten parteiunabhängigen Ministerpräsidenten zu suchen, der mit wechselnden Mehrheiten regiert - auch unter Einbeziehung der AfD", sagte sie dem "Stern".
Voigt stand auch wegen der nicht gekennzeichneten Verwendung von Künstlicher Intelligenz in seinen Reden und mehreren Gastbeiträgen in der Kritik. Nachdem dies im Juni bekannt geworden war, nahm die "FAZ" einen Gastbeitrag von Voigt aus dem Netz.