Enteignung kein Thema für das Wirtschaftsministerium?
Das Wirtschaftsministerium betonte auf Nachfrage, es habe sich mit "mit Fragen der Enteignung aus bergrechtlicher Sicht im vorliegenden Fall bisher nicht befasst". Dazu bestehe keine Veranlassung, da der Abtransport "nach unserer Einschätzung" nicht mehr der Gewinnung oder Aufbereitung zuzurechnen sei. "Auch im Hinblick auf etwaige Netzausbaumaßnahmen, liegen uns keine Informationen zu möglichen Enteignungen vor."
Für das "Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH" ist auf Nachfrage das Thema Enteignungen nicht von Relevanz. "Gegenwärtig konzentrieren wir uns auf die Auswertung der im Rahmen der Erkundungsbohrung gewonnenen Daten", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Die Planung der Einspeisung ins Netz werde "aktuell nicht konkret diskutiert".
Wird es noch weitere Gasbohrungen geben?
Ungeachtet von Bohranalyse und Leitungsfrage beschäftigt die Menschen in der Gegend aber noch ein anderes Thema: Nicht weit entfernt vom Bohrplatz liegt noch bis Ende Juli 2026 eine Konzessionserlaubnis für das Gebiet "Lech-Ost" vor - ob hier aber wirklich auch gebohrt wird, ist nicht klar. Da die Genehmigung zur Probebohrung aber Mitte des Jahres ausläuft, wird in der Region mit Spannung erwartet, ob es einen Verlängerungsantrag gibt. Dieser liegt bisher jedenfalls nicht vor.
Für Claudia Danner und ihre Mitstreiter in Reichling geht es deshalb mit einem unguten Gefühl ins Jahr 2026. "Wir hängen hier in der Luft", sagte sie. Anfang Januar werde das Thema dann wieder angegangen. "Dann besprechen wir, wie es weitergeht. Für uns steht aber fest, wir geben nichts her."