Winter war schon vorher eine viermalige Mannschafts- und zweimalige Doppel-Europameisterin. Jede Gegnerin, die sie mit ihrem neuen Rückhand-Belag aus dem Konzept bringt, kann sie danach auch mit ihrer starken Vorhand dominieren.
Lob von einer Legende
"Ich habe eine sehr starke Waffe - die Vorhand", erklärte sie. "Und ich bin auch bereit, viel zu schwitzen, viel zu laufen und mich schnell zu bewegen." Der neue Belag helfe ihr vor allem, "meine eigentlichen Stärken ins Spiel zu bringen". Sie habe "das Ganze zu einem sinnvollen Spielsystem zusammengebastelt".
Und sie wusste auch: "In Deutschland gibt es sehr viele gute Leute. Andere haben viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und ich bin nur nebenher mitgeschwommen. Mir war klar: Wenn ich noch eine größere Rolle spielen und einen großen Schritt nach vorn machen will, dann brauche ich eine große Veränderung."
Trotzdem bestand am Anfang ein großes Risiko. Winter musste dieses Wagnis ihrem Verein erklären, der in der Bundesliga auf ihre Punkte angewiesen ist. Und der Bundestrainerin, die nicht an einen Erfolg der Sache glaubte.
"Ganz ehrlich: Ich habe nicht erwartet, dass sie so gut sein kann", sagte Tamara Boros. "Die Gegnerinnen wissen nicht, was passiert." Und auch die größte deutsche Tischtennis-Legende ist beeindruckt: "Wahnsinn", sagte Timo Boll. "Sabine Winter ist mit ihrem neuen Spielstil durch die Decke gegangen."