Erlabrück Warten auf das neue Fischgutachten

Im Fall Erlabrück werden vom LGL derzeit wieder Fische aus der Rodach untersucht. Entnommen haben sie Mitarbeiter des Bezirks Oberfranken.

Wie der Bezirk Oberfranken in einer Pressemitteilung erklärt hat, fanden in den vergangenen Tagen wieder Befischungen durch die Fischereifachberatung des Bezirks entlang der Rodach statt. Durchgeführt habe man diese Aktion sowohl im Bereich des Landkreises Kronach als auch in Lichtenfels. Notwendig ist sie infolge des Unglücks, welches sich Ende September in Erlabrück ereignet hatte und bei dem etwa 1000 Liter eines stark giftigen und krebserregenden Teerölgemischs in den Fluss geraten sind. Seither besteht unter anderem auch eine Verzehrwarnung für Fische aus dem Fluss, da diese möglicherweise Giftstoffe aufgenommen haben. Ob diese Warnung fortbesteht entscheiden letztendlich die zuständigen Landratsämter, als Grundlage hierfür dienen jedoch Gewebeuntersuchungen der Fische, die seitens der Fischereifachberatung im Rahmen der Amtshilfe entnommen wurden.

„Dies ist auch wichtig, damit wir seitens des Bezirks mit unserer Fachberatung für Fischerei den Auftrag nach Beratung und Information für unsere Fischereiberechtigten erfüllen können“, erklärt Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Der Bezirk Oberfranken mit seiner Fachberatung für Fischerei sei die zentrale Stelle für alle fischereilichen Fragen in Oberfranken. Schwerpunkte der Arbeit seien traditionell die Teichwirtschaft sowie die Fischordnung und der Gewässerschutz. Es sei ein großes Anliegen, die in der Vergangenheit als fischreich bekannte Rodach wieder in guten Zustand zu versetzen, sodass Flora und Fauna sich hier wieder wohlfühlten.

Wie der Bezirk in seiner Pressemitteilung bestätigt, handelt es sich bei der aktuellen Aktion um die inzwischen zweite Probebefischung des Gewässers. Die Erste fand bereits im Oktober des vergangenen Jahres statt. Ihr liegt die aktuell noch gültige Verzehrwarnung zugrunde. Unter anderem dies kritisierte Anfang des Jahres Fachgutachter Jörg Zausig, der mit der Aufarbeitung des Schadens beauftragt ist. Schließlich seien Stoffbestandteile, die man im Oktober noch im Wasser habe nachweisen können, bereits im Folgemonat kaum mehr feststellen gewesen. Proben, die er selbst zu Jahresbeginn durchführen lassen habe zufolge sei auch die Belastung der Fische inzwischen deutlich gesunken. Für die Fischereiberechtigten sei die Aufrechterhaltung der Verzehrwarnung eine große Belastung. Dies gelte sowohl für gewerbliche Teichbesitzer entlang der Rodach als auch Angelvereine, die mit ihrer Arbeit maßgeblich für den in der Vergangenheit guten Fischbestand in der Rodach verantwortlich seien.

Bis das Ergebnis für die jüngsten entnommenen amtlich offiziellen Proben feststeht, kann es jedoch noch einige Zeit dauern. So war der Befund für die Proben aus dem Oktober erst in der zweiten Januarhälfte abgeschlossen. Durchgeführt hatte ihn das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) in Erlangen. Wie es bei dem Vororttermin zum Start der Rodachsanierung im am 18. März hieß, erhoffe man sich bei erneuten Untersuchungen jedoch schnellere Ergebnisse.

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