Ersatz-Altstadtfest in Ebern Late Night rockt den Rathaushof

Kein Eberner Altstadtfest in diesem Jahr – doch auch die kleinere Alternative kommt bestens an. Knapp 250 Menschen freuen sich am Samstagabend, endlich mal wieder abfeiern zu können.

Ebern - Der letzte Auftritt der Band „Late Night“ fand im Februar statt, im Jahr 2020, in Schönbrunn im Steigerwald. Eine Probesession im letzten September, einige Sitzungen zum Einspielen für das Konzert am Samstag im Rahmen der Eberner Kulturbühne, nicht gerade viel.

„Musikspielen verlernt man nicht“, ist sich Henrik, der Schlagzeuger, sicher. Er hat die ungewohnt freien Wochenenden genutzt, um sein Studium erfolgreich abzuschließen. Keyboarder Joni hat in der langen Zeit ohne Gigs in Gottesdiensten als Organist ausgeholfen.

Alle Bandmitglieder sind sich einig, dass es endlich Zeit ist, mal wieder richtig auf der Bühne zu stehen, mit Publikum und Atmosphäre.

Für den Eberner Quartiersmanager Stefan Kaiser war das Event einer der ersten Großeinsätze in seinem Aufgabenbereich. Für ihn kein Neuland. Seit 30 Jahren ist der gelernte Koch und Hotelfachmann Festwirt beim Eberner Altstadtfest. „Mir war wichtig, eine Band aus dem Umland zu verpflichten, eine Band, die jeder kennt“, begründet er die Entscheidung für „Late Night“.

Für Kaiser nicht ganz einsichtig waren die strengen Auflagen der Verwaltung für die Veranstaltungsreihe. Aber sie wurden vorbildlich umgesetzt. Fast alle der über 250 Eintrittskarten für Samstagabend wurden im Vorverkauf abgesetzt, am Einlass wachten drei Mann Security nebst den Stadträtinnen Karin Kaiser und Ulrike Zettelmeier mit Argusaugen darüber, dass niemand ohne entsprechende Coronanachweise das Gelände betrat, und dass sich jeder per Luca-App registrierte. Noch bis unmittelbar vor Öffnung des Geländes bestand Gelegenheit, sich im Alten Rathaus testen zu lassen.

Es gab feste Tischzuweisungen vermittels Platzkärtchen, für Speis und Trank war ausreichend gesorgt, alle Voraussetzungen für den Konzertabend waren gegeben. Pünktlich um 20 Uhr beendete Frontman Dom die „schmerzliche“ musiklose Zeit, dreieinhalb Stunden volles Programm begannen. Auch Petrus hatte Einsehen und schickte einige wenige Regentropfen erst pünktlich nach Konzertende.

„War das gestern ein schöner Abend in Ebern! Die Kulturbühne (oder auch liebevoll das „Ersatz-Altstadtfest“ genannt) war ein voller Erfolg. Der ganze VG-Hof voller feiernder Menschen, die natürlich alle Corona-konform am Platz getanzt haben. Der Stimmung hat das ganze Gott sei Dank keinerlei Abbruch getan“, so die Zusammenfassung des Abends aus Sicht der Band – und auch das Publikum war zufrieden. „Es ist Balsam für die Seele, dass wieder was geht“ stellte Annamaria Dreßel aus Ebern fest – und freut sich auf viele weitere Termine.

 

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