Erste Artothek im Raum Coburg eröffnet Kunstgenuss zum Nulltarif

Artothek-Leiterin Elke Bauer (rechts) und die Malerin Andrea Krause präsentieren einige der ausleihbaren Werke, die vorerst im evangelischen Gemeindehaus zu sehen sind. Foto: Dieter Ungelenk

Bilder ausleihen wie Bücher: Die erste Artothek der Region in Dörfles-Esbach macht’s möglich.

Ein bisschen Toskana-Flair tut jeder Amtsstube gut. In Dörfles-Esbach kann man sich davon überzeugen: Birgit Brückners duftiges Aquarell aus südlichen Gestaden hat das Rennen gemacht beim Bürger-Voting und erhält als erstes Bild aus der neuen Gemeinde-Artothek einen Ehrenplatz im Rathaus. Wohlgemerkt: auf Zeit, denn alle sechs Wochen wird ein neues Kunstwerk präsentiert.

Offiziell sind Bürgermeister Torsten Dohnalek und sein Team die ersten Nutznießer der Kunst-Ausleihe. Ganz Eilige hatten ihre Lieblingswerke allerdings schon gebucht, bevor die Artothek in der vergangenen Woche im evangelischen Gemeindehaus feierlich eröffnet wurde. Bis zur Fertigstellung des Bürgerhauses können die 81 Werke von elf regionalen Künstler:innen hier besichtigt und ausgeliehen werden – zum Nulltarif.

Solch ein Angebot suchten Kunstfreunde bislang in der Region vergeblich – entsprechend stolz zeigte sich das Gemeindeoberhaupt auf dieses „einzigartige Projekt“ und seine Initiatorin: Elke Bauer, die Leiterin der Gemeindebücherei, besuchte 2017 erstmals die Artothek der Stadtbibliothek Bayreuth – und war sofort begeistert von der Idee, Kunst zu leihen wie Bücher. Umgehend begann sie, Mitstreiter:innen für ihr Vorhaben zu gewinnen. Dass Künstler:innen ihre Bereitschaft signalisierten, ihre Werke „hängefertig“, also gerahmt, zur Verfügung zu stellen, gab ihr Auftrieb. Auch der Gemeinderat war Feuer und Flamme und stellte das ideale Forum bereit: Im neuen Bürgerhaus – dem ehemaligen katholischen Gemeindehaus – wird die Artothek als Zweigstelle der Bücherei angesiedelt und von Elke Bauer betreut. Vor Ort oder online können Kunstfans Gemälde, Grafiken oder Fotografien auswählen und alsbald abholen. Die Ausleihe kostet nichts, lediglich ein Pfand von fünf Euro ist für die stabile Verpackungsbox zu hinterlegen.

Die sechswöchige Ausleihfrist kann einmal verlängert werden. Wer sich dann noch immer nicht von dem Werk über dem Sofa oder im Büro trennen möchte, kann es käuflich erwerben – direkt von der Malerin, dem Grafiker oder der Fotografin. Den Kunstschaffenden bietet die Artothek mithin neue Möglichkeiten, um ihr Publikum zu erreichen.

Auf ihrer Webseite stellen sie sich und ihre Arbeiten in Wort und Bild vor.

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