Als der Coburger Harald K. (Name von der Redaktion geändert) in der vergangenen Woche die Meldung über den Mann liest, der sich am Glockenberg vor einer 61-Jährigen entblößt hat, werden bei dem Familienvater schlimme Erinnerungen wach. Seiner Tochter, neun Jahre, sei im vergangenen Jahr Ähnliches passiert, schreibt er in einer Mail an die Redaktion. Allerdings: „Kein Zeitungsartikel, kein Radiobericht, kein Öffentlichkeitsaufruf.“ Vor wenigen Wochen, an einem Sonntag im Februar, habe seine Tochter den mutmaßlichen Täter in der Stadt wiedererkannt. K. reagiert schnell, schießt ein Foto des Mannes, „leider nur von hinten“, kontaktiert erneut die Polizei und stellt Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft. „Bis heute keine Aktivität“, so der Mann. Und weiter: „Nun stelle ich mir schon die Frage: Wie hoch wird Kindeswohl angesetzt? Warum kann die Polizei hier (bei garantiert keiner Handvoll derartiger Fälle) nicht eigenständig eine Querverbindung herstellen und zum Beispiel der älteren Dame ‚unser‘ Foto zeigen; der veröffentlichten Beschreibung nach könnte es der gleiche Täter sein.“ Als seine Tochter den Mann in der Stadt nochmals gesehen habe, habe K. auf der Polizeidienststelle angerufen. „Hier wurde ein akutes Handeln nicht als erforderlich erachtet und auf die Sachbearbeiterin am Montag verwiesen. Wie groß wird Sicherheit von Kindern in der Familienstadt Coburg geschrieben?“
Exhibitionist in Coburg Wenn ein Kind das Opfer ist
Alexandra Paulfranz 15.04.2024 - 17:11 Uhr