Familientag in Coburg Entdecken, ausprobieren, staunen

Wolfgang Desombre

Lebendige Geschichte konnten Besucher beim Familientag in Coburg erleben. Im Mittelpunkt standen Schloss Ehrenburg und die Veste.

 
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Coburg - „Glückliche Kinder, glückliche Eltern und glückliche Veranstalter!“ So umschrieb Dr. Uta Piereth von der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen den Familientag in Schloss Ehrenburg und auf der Veste Coburg. Endlich sei, nach dem Rückgang der Corona-Infektionen, wieder etwas für Familien geboten, und die Menschen können sich im Freien treffen und Museen besuchen. Aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veste und von Schloss Ehrenburg war dieser Sonntag ein ganz besonderer Tag. Sie hatten wieder Kontakt mit Besuchern und konnten ihnen die Schätze der beiden Häuser zeigen.

Die Kooperation zwischen der Veste und der Ehrenburg sei einmalig, und beide Einrichtungen würden davon profitieren. Wer von der Ehrenburg am Schlossplatz nicht durch den Hofgarten hinauf zur Veste laufen wollte, der konnte sich in die „Geckobahn“ setzen, die halbstündig zwischen den beiden Museen pendelte.

Lebendige Geschichte mit historischem Handwerk, Vorführungen und Rallye-Stationen im Museum erlebten die Besucher auf der Veste. Sie konnten im Burghof dem Münzschläger Armin König über die Schulter schauen. Hier prägte er die Coburger 3-Pfennig-Münze. Im Münzkabinett ging es um großes und kleines Geld aus der Zeit von Herzog Johann Casimir.

Kerzenzieherin Christiane Chantre zeigte anschaulich, wie man Talglicht oder eine Wachskerze herstellt. Rene Kohlstruck kam als Plattner auf die Veste und hatte Helme und Harnische mitgebracht. Die Weißnäherin Tina Vadász-Hain zeigte Nähen, Stricken und Sticken und fertigte eine Haube, die Katharina von Bora zugeschrieben wird. Diese Haube wurde auch in der aktuellen Sonderausstellung „Lucas Cranach“ gezeigt. Auf einem Gemälde im Lutherzimmer fanden die Besucher die Ehefrau des Reformators wieder. Musikstücke aus dem späten Mittelalter spielte Christopher Retsch auf der „Fidel“, dem Vorgänger der Geige. In der „Gamba-Haltung“ hielt der Musikant das Instrument zwischen den Beinen.

Aber auch im und am Schloss Ehrenburg gab es am Sonntag viel zu entdecken. Kinder konnten an verschiedenen Stationen die Schlossfassade im Kleinen selbst gestalten, Elefanten suchen, kleine Schauspieleinheiten probieren, Grimassen finden, Schätz- und Rätselfragen rund um das ehrwürdige Schloss und sein Aussehen, seine Bewohner und ihre Vorlieben austüfteln – oder ein spezielles Ehrenburg-Mandala ausmalen.

Wie stellt man Stuck her? Ilona Speranza zeigte es den kleinen Besuchern. „Den Gips einfach wie einen Kuchenteig umrühren, und schon ist der Stuck fertig“, erklärte sie. Das Schätzen des Gewichts einer Muschel aus Stuck war nicht ganz einfach. Das gute Stück brachte immerhin 8,9 Kilogramm auf die Waage.

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