FC Pressig Seit 100 Jahren eine Erfolgsgeschichte

Wolfgang Leicht

Der FC Pressig feierte sein Vereinsjubiläum nach – mit einer Kirchenparade, der Weihe der restaurierten Vereinsfahne und einem Festkommers. Dabei gab es dann auch drei ganz besondere Ehrungen.

Eigentlich hätte der 1. FC Pressig schon im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern wollen, aber wegen der Corona-Pandemie musste alles verschoben werden. Nun aber wurde endlich der Festkommers und die Weihe der renovierten Vereinsfahne nachgeholt.

Zur Kirchenparade trafen sich am Samstag mit dem Jubelverein Abordnungen der örtlichen Vereine und Verbände. Unter den Klängen des Musikvereins Pressig und angeführt vom Schirmherrn Landrat Klaus Löffler, vom Bürgermeister Stefan Heinlein und von einigen Marktgemeinderatsmitgliedern marschierte man zur Herz-Jesu-Kirche, um den Festgottesdienst zu feiern.

Pfarrer Detlef Pötzl gratulierte zunächst dem Jubelverein zum 100-jährigen Bestehen und würdigte das Engagement vieler Männer und Frauen im zurückliegenden Jahrhundert. Anschließend weihte er die restaurierte Traditionsfahne des damaligen Turnvereins aus dem Jahre 1909. 1937 wurde auf Veranlassung der damaligen Regierung der Turnverein in den 1. FC Pressig integriert und die Fahne deshalb auch übernommen. Weiterhin wurde ein Erinnerungsfahnenband, das von Ehrenmitgliedern gestiftet wurde, geweiht.

Höhen und Tiefen

Im Pfarr- und Jugendheim begann nach dem Gottesdienst der Festkommers mit dem Musikverein Pressig unter der Leitung von Dominik Richter. Wie Schirmherr Landrat Klaus Löffler ausführte, könne der Jubelverein auf eine von Höhen und Tiefen geprägte Vereinsgeschichte zurückblicken.

Es beeindrucke ihn am meisten, wie es der FC Pressig verstanden habe, die wechselnden Herausforderungen zu meistern und den Vereinsmitgliedern sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten in einer starken Gemeinschaft zu ermöglichen. Teamgeist und der Zusammenhalt im Vereinsalltag mache das Erscheinungsbild des Jubelvereins aus. Es engagierten sich viele Idealisten, die sich dem Gemeinwesen verpflichtet und dem Sport eng verbunden fühlten. Deshalb könne man mit Dankbarkeit zurückblicken, aber auch mit großer Zuversicht in die Zukunft schauen.

2. Bürgermeister Wolfgang Förtsch betonte in Vertretung von Bürgermeister Stefan Heinlein, dass es Idealismus, die Einsatzbereitschaft, der Gemeinschaftsgeist und großartiges ehrenamtliches Engagement gewesen seien, die zum Erfolg und damit zu diesem Jubiläum führten. Die Leistungen, die der Jubelverein in den letzten Jahrzehnten für Gesellschaft und Heimat erbracht habe, seien unbezahlbar. Worte des Dankes galten dem aktuellen Vorstand unter Führung von Manfred Müller auch für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bereich des Jugend- und Herrenfußballs. Als Geschenk überreichte Förtsch eine Geldspende und ein Gemeindewappen.

Viele Gratulanten

Heiko Kopp, Filialleiter der Sparkasse Pressig, und Christian Höfner von der Gampertbräu Weißenbrunn gratulierten ebenso wie Mario Schmid für den Bayerischen Landessportverband (BLSV). Letzterer überreichte die Ehrenurkunde des BLSV. Namens des bayerischen Fußballverbandes würdigte Michael Deuerling die ehrenamtlich tätigen Betreuer bei der Fußballjugend und übergab die Ehrenplakette des DFB und einen Fußball an Manfred Müller.

Vorsitzender Günther Schubert vom Spielgemeinschaftspartner SV Rothenkirchen unterstrich vor allem das gute Miteinander trotz oder vielleicht auch aufgrund der früheren hitzigen Nachbarsderbys. Vorsitzender Thomas Günther überbrachte namens der Feuerwehr Pressig die Glückwünsche. Als besonderes Geschenk überreichte er ein Trikot mit den Unterschriften aller Aktiven der Feuerwehr Pressig.

Weitere Gratulanten waren Vorsitzender Michael Reuth für die Schützengesellschaft Pressig, Christa Appel für die Kolpingsfamilie Pressig und Udo Weber für den Gipfelstürmerclub Pressig. Anschließend gab Vorsitzender Manfred Müller einen Überblick über die 100-jährige Geschichte des Vereins. Dabei bediente er sich der fast fertigen Vereinschronik, die zurzeit erstellt wird und voraussichtlich im Herbst dieses Jahres veröffentlicht werden kann.

Drei neue Ehrenmitglieder

Vorsitzender Manfred Müller ernannte beim Festkommers zudem Andreas Dauer, Rita Grom und Catarina Müller zu Ehrenmitgliedern. Dauer habe seit frühester Kindheit beim FC Fußball gespielt. Er habe alle Jugendmannschaften durchlaufen, sei Spieler in den Herrenmannschaften und in der Altliga und Spiel- und Spartenleiter in der Fußballabteilung gewesen und habe stets mit Rat und Tat in vielen Bereich geholfen, dankte der Vorsitzende. Andreas Dauer führe das Motto „Nicht reden, machen!“ seines im vergangenen Jahr so plötzlich verstorbenen Vaters und Ehrenmitgliedes Werner Dauer würdigt fort.

Rita Grom ist seit 40 Jahren Mitglied im Verein. Damals habe sie erfolgreich in der Damenbasketballmannschaft begonnen, die 1982 gegründet worden war. „Seit 1998 führt sie nun als Kassiererin die Buchhaltung und die Geldgeschäfte für den FC mit großer Sorgfalt. Darüber hinaus steht sie stets, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, sei es bei Veranstaltungen oder bei Arbeiten im Sportheim, zusätzlich im Einsatz“, so Müller. Für ihren unermüdlichen Einsatz und in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste überreichte er ihr ebenfalls die Ehrenmitgliedsurkunde.

Als Dritte im Bunde wurde schließlich Caterina Müller mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Wenige Jahre nach der Einweihung des Sportheims habe sie vor mehr als 35 Jahren mit anderen die Leitung der Sportheimgaststätte übernommen. In den vergangenen 25 Jahren habe sie mehr oder weniger allein die Verantwortung dafür getragen. „Und das bedeutet: Theken- und Kücheneinsatz bei allen Heimspielen und Feierlichkeiten und vielen anderen Veranstaltungen. Ohne unsere Caterina wäre das alles nicht durchführbar“ so der Vorsitzende. Andere Vereine müssten ihr Sportheim verpachten. „Durch den Einsatz von Caterina Müller und ihren Helfern kommt jeder erwirtschaftete Cent dem FC zugute.“

 

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