Feldversuch Grüne wollen Tempo 30 für ganz Coburg

Neue Presse

Die Stadt soll einen Feldversuch starten. Das fordert der Kreisverband in einem einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung

In ganz Coburg soll Tempo 30 eingeführt werden. Das fordern die Coburger Grünen. Foto: picture alliance/dpa/Arne Dedert

Coburg - Die Grünen wollen für Coburg Tempo-30 im gesamten Stadtgebiet. Das hat die Mitgliederversammlung am Mittwochabend beschlossen. Im Sinne einer schnellen Lösung solle sich die Stadt um die Beteiligung an einem aktuell laufenden Feldversuch bewerben. Auf dieser Basis könne praktisch sofort eine Erprobungsphase gestartet werden, ohne an jeder einzelnen Stelle einen speziellen Gefahrennachweis führen zu müssen.

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Als Hauptargumente für ein solches Limit im gesamten Stadtgebiet führen die Grünen Klima- und Lärmschutz sowie mehr partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr an. Tempo-30 würde Coburg in Richtung Fahrradfreundlichkeit einen ganz großen Schritt voran bringen und das mit sehr geringen Kosten.

Im zweiten verabschiedeten Antrag wird gefordert, die „Grünen Lungen“ der Stadt unter Naturschutz zu stellen. Es gehe um die den Stadtkern umgebenden Gründe und Täler, die insbesondere in der warmen Jahreszeit die Stadt mit Frischluft und Kühle versorgen. Als Beispiel wird im Antrag der Hofbräugrund angeführt, der bereits 1999, nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren, den Status „Geschützte Landschaft“ bekam. Dies soll nach dem Willen der Grünen auf zehn weitere Gebiete ausgedehnt werden, unter anderem auf Postgrund, Probstgrund, Wirtsgrund sowie den Eckardtsberg.

Der dritte Antrag zielt auf den Diskurs über die Bezeichnungen für den Coburger Stadtheiligen Mauritius. Die Grünen schlagen vor, die Bezeichnung Coburger Mohr ab sofort nicht mehr zu verwenden. Mohrenstraße, Mohrenbrücke und Mohrenweg sollten umbenannt werden, zum Beispiel in Morizstraße oder Mauritiusbrücke oder auch ganz andere Namen. Heute würden sich Mitbürger von der Bezeichnung „Mohr“ herabgewürdigt sehen. Mit der Vermeidung des Begriffs würde nach Ansicht der Coburger Grünen die Stadt ihre Bereitschaft signalisieren, Missverständnisse auszuräumen und Diskriminierungsvorwürfen vorzubeugen.

Alle drei Anträge wurden einstimmig verabschiedet.