Festkommers Coburger Convent betont seine Weltoffenheit

Deutschland ist vielfältiger und internationaler geworden. Das nimmt auch der Verband für sich in Anspruch.

Lukas Werft, Sprecher der präsidierenden Landsmannschaft Brandenburg, zeigte sich am Pfingstmontag zufrieden mit dem Verlauf des Pfingstkongresses des Coburger Convents (CC). Die Veranstaltung sei bis auf wenige Zwischenfälle (siehe Meldungen links auf dieser Seite) reibungslos verlaufen.

Martin Vaupel, Leiter des CC-Presseamts, sprach von einem „harmonischen Verlauf“ des Pfingstkongresses. Nicht nur in Coburg, sondern auch im Umland – Vaupel nannte Seßlach, Bad Staffelstein und die Rosenau – sei man freundlich aufgenommen worden. „Es war sehr schön in Coburg“, sagte der CC-Sprecher.

„Interessante Entwicklung“

Hubert Stech, der im Juli Ali Ottmar Mahdi als Vorsitzer der Alten Herren im Coburger Convent (AHCC) ablöst, kennt die Stadt seit 1986. Ihr bescheinigte Stech, eine „interessante Entwicklung“ genommen zu haben. Er nannte beispielhaft den Albertsplatz und das dort am Freitag eingeweihte Wandbild von Prinz Albert und Königin Victoria. Mahdi, der seit sieben Jahren AHCC-Vorsitzer ist, ergänzte dies mit dem Hinweis auf die Untere Ketschengasse.

Beim Festkommers am Abend im Zelt auf dem Ketschenanger setzte sich Jan Alexander Freudenthal mit dem Mensurfechten auseinander. Während für einige Verbandsmitglieder dabei der sportliche Aspekt im Vordergrund stehe, würden andere dies als Charakterschule bezeichnen. Freudenthal habe aber noch nicht erlebt, „dass jemand durchs Fechten zu einem besseren Menschen geworden ist“. Fechten sei „die schönste Extremsportart der Welt“, zitierte der Redner einen Fechtmeister.

Bei der Feierstunde am späten Montagabend, die sich dem Fackelzug anschloss, ging Alexander Kliesch auf den Wandel in den pflichtschlagenden, fechtenden Turnerschaften und Landsmannschaften im Coburger Convent nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Kliesch nannte laut Redemanuskript die Aufnahme von Ausländern, was lange als nicht vorstellbar gegolten habe. Heute hätten seine Landsmannschaften Brandenburg Berlin, Troglodytia Kiel und Sorabia-Westfalen zu Münster Mitglieder aus Syrien, England, Jordanien, Polen, Irak, Taiwan, Russland, Brasilien, Litauen, Chile und der Ukraine. Diese hohe Anzahl an Bundesbrüdern nicht deutscher Herkunft sei kein Zufall, „sondern sie zeigt die Weltoffenheit der Bünde und damit die Weltoffenheit des Coburger Convents“, so Alexander Kliesch. Deutschland sei internationaler und so auch vielfältiger geworden. Der Coburger Convent habe sich dementsprechend verändert und weiterentwickelt. Er vereine in seinen Mitgliedsbünden Aktive und Alte Herren unterschiedlichster Religionen, Hautfarben, Nationalitäten und politischer Ansichten unter seinem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland“, „und zwar ohne dass irgendjemand das einfordern musste“, betonte Kliesch. Im CC würde man sich freuen, „wenn unsere politische Neutralität, unsere Vielfältigkeit, unsere Weltoffenheit und unsere Integrationsleistung weiterhin von der Coburger Politik unterstützt würde“.

Den Fackelzug am Abend begleiteten Proteste von Gruppen aus dem linken politischen Lager. Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Polizeikräften gesichert.

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