Feuerwehren Gewappnet für den Fall der Fälle

Helmut Will

Bei einer Schauübung zeigten die Feuerwehren in Untermerzbach, worauf es im Ernstfall ankommt. Der „Kleine Gemeinde-Feuerwehrtag“ kam bei der Bevölkerung prima an – besonders bei den Kindern.

Die Feuerwehr Untermerzbach sprang mit einem „Kleinen Gemeinde-Feuerwehrtag“ in die Bresche, weil die Feuerwehr Hemmendorf den eigentlichen Gemeindefeuerwehrtag nicht durchführen konnte. Der Untermerzbacher Feuerwehrkommandant und Kreisbrandmeister, Ralph Morgenroth, moderierte die Einsatzübung am Samstagnachmittag, die auf dem Gemeindebauhof stattfand.

Nach der Werbung weiterlesen

Am Samstag, kurz nach 14 Uhr, heulte in Untermerzbach die Sirene. Die Feuerwehren der verschiedenen Ortsteile rückten zum angenommenen Brandort am Bauhof der Gemeinde an. Dort wurden sie vom örtlichen Einsatzleiter der Feuerwehr Untermerzbach, 2. Kommandanten Sven Liebermann empfangen und zu ihren Einsatzstellen eingewiesen. Den gesamten Ablauf der Übung erläuterte Erster und federführender Kommandant Ralph Morgenroth.

Von der Itz wurden insgesamt etwa 500 Meter Schlauchleitungen von den Ortsfeuerwehren aus Gleusdorf, Hemmendorf, Recheldorf und Obermerzbach zum Einsatzort gelegt. Die Kommandozentrale befand sich vor Ort im Mehrzweckfahrzeug 11/1 der Feuerwehr Untermerzbach, besetzt mit vier Feuerwehrleuten, darunter Einsatzleiter Sven Liebermann. In diesem Zusammenhang sagte Morgenroth: „Es ist auch eine wichtige Aufgabe der Feuerwehr, den Einsatz von Anfang an zu dokumentieren.“ Zur Übersicht war eine Tafel am Einsatzleitfahrzeug angebracht, die nach und nach mit entsprechenden Einsatzdaten beschrieben wurde.

Szenario: drei verletzte Personen

Als erste traf die Feuerwehr Obermerzbach am Einsatzort ein. Im Brandobjekt waren drei verletzte Personen gemeldet, die es vom Atemschutztrupp der Feuerwehr Gereuth unter starker Rauchentwicklung zu retten galt. Dies gelang, denn schon nach kurzer Zeit wurde der erste Junge von den Atemschutzleuten ins Freie gebracht, dort kurz versorgt und weiter transportiert. Auf die Einbindung des Rettungsdienstes hat man bei dieser Übung verzichtet. Zur Anschauung wurde auch ein 3000 Liter fassender Faltbehälter von der Feuerwehr Wüstenwelsberg mit Wasser gefüllt, aus dem im Bedarfsfall Wasser entnommen werden kann. Das wird, nach den Worten von Ralph Morgenroth, als „offene Schaltreihe“ bezeichnet, was heißt: Wasser hinein und Wasser mit der nächsten Schlauchstrecke wieder heraus. Das sei insbesondere bei Waldbränden ein Einsatzmittel. Mit dabei waren auch ein Schaumeinsatz durch die Feuerwehr Memmelsdorf und die Entnahme von Wasser aus Unterflurhydranten.

Der Übung wohnten zahlreiche Schaulustige, darunter viele Kinder und auch Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) und Kreisbrandrat Ralf Dressel bei. Ralph Morgenroth zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden, dankte den Einsatzkräften und auch den Zuschauern. Bürgermeister Helmut Dietz sprach in seinem Grußwort davon, wie wichtig der freiwillige Feuerwehrdienst für eine Gemeinde und die Gemeinschaft ist und dankte allen, die an der Übung teilgenommen hatten. Interessierte hatten Gelegenheit am Sonntag beim „Tag der offenen Tür“ Gelegenheit, die Fahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehr näher in Augenschein zu nehmen. Zum Einsatz kam an diesem Tag auch der „Firetrainer“, eine Hüpfburg und eine Riesenrutsche. Aufgestellt wurde auch erstmals ein Maibaum am Feuerwehrhaus.