Feuerwerk in Kronach Alles hängt von Petrus ab

Rainer Glissnik

Schon 2021 sollte Georg Weinmann für das Feuerwerk auf dem Kronacher Freischießen sorgen. Damals fiel das Fest Corona zum Opfer. Jetzt könnte die Trockenheit dem Spektakel Einhalt gebieten. Doch noch ist nicht aller Tage Abend.

Noch besteht Hoffnung, noch gibt es eine Chance, dass ein großes Schützenfest-Feuerwerk den Nachthimmel über Kronach erhellt. Voraussetzung: In den nächsten Tagen fällt ausreichend Regen. „Ich schaue jeden Tag auf den Wetterbericht“, erklärt dann auch Georg Weinmann. Der Küpser mit seiner Firma „Eventeffects“ brennt darauf, bei seinem ersten Feuerwerk für das Kronacher Freischießen etwas Spektakuläres zu bieten. Doch auch er weiß: Bleibt es weiterhin so trocken, dann ist es einfach zu gefährlich. Schließlich war er jüngst selbst beim Waldbrand bei Burkersdorf als Feuerwehrmann im Einsatz. Traditionell findet das Feuerwerk beim Kronacher Freischießen eigentlich immer am Donnerstag statt. Der ist zwar auch noch nicht ganz vom Tisch, doch die Schützen haben vorgesorgt und bereits im Vorfeld den Freitag oder Samstag als möglichen Ausweichtermin ins Auge gefasst.

Keine Terminnot

Für Georg Weinmann wäre der Termin egal. Hauptsache das Feuerwerk findet statt. „Als ich für das Freischießen-Feuerwerk im Jahr 2020 engagiert wurde, empfand ich das als besondere Auszeichnung und Anerkennung für meine Arbeit in den letzten Jahren auf dem Gebiet von Feuerwerken und Lasershows“, erzählt er. Doch dann kam eben Corona und machte ihm und allen Schützenfest- und Feuerwerkfans einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück habe er damals seine Bestellungen für 2021 noch stornieren können und er erhielt die Zusage der Schützen, 2022 wieder dafür engagiert zu werden.

Jetzt fiebert er also dem Ereignis am 18. August – oder vielleicht auch am 20. August – umso mehr entgegen. „Das Freischießen ist für mich etwas ganz Besonderes“, erklärt er. „Da geht es nicht darum, möglichst viel zu verdienen, sondern vor allem etwas Großartiges zu bieten.“ Der Spezialist für Eventeffekte machte sich dafür bereits frühzeitig an die Arbeit, plante und besorgte das Material. Den Kostenrahmen dafür gaben die Schützen vor. Er habe noch günstig einkaufen können und so könne er auch für dieses Budget etwas wirklich Großartiges zeigen, betont er. Inzwischen hätten nämlich auch die Preise in der Branche mächtig angezogen. Das beginne bei den Transportkosten und ende bei den Feuerwerkskörpern. „Nicht einfach wird es heuer beim Silvesterverkauf“, prognostiziert der Experte.

Aus dem Vollen schöpfen

In Kronach könne er aber noch aus dem Vollen schöpfen. So kämen heuer sogenannte „Ghost Shells“ und Zylinderbomben – diese kosten 100 bis 200 Euro pro Schuss – aus Italien und Deutschland zum Einsatz. Insgesamt könnten über 350 Zündpunkte angeschlossen werden, fünf bis sechs Leute sorgten für den Aufbau, erklärt er. Bei der Vorbereitung vertraue er auf eine spezielle Feuerwerk-Planungssoftware, die ihm digital die Effekte realitätsnah aufzeige. „Alles ist komplett durchgeplant und muss nun nur noch exakt danach aufgebaut und abgeschossen werden. Jede Kleinigkeit wird hier berücksichtigt und nichts ist dem Zufall überlassen“, betont er. Das Material gehe zwar nicht kaputt, so Georg Weinmann. Er habe auch genügend Lagerkapazitäten. „Aber wenn heuer wieder das Feuerwerk nicht stattfinden kann, das wäre einfach so was von ärgerlich“, sagt er.

Technisch extrem aufwendige Umwandlung

Eine mögliche Alternative dazu wäre eine Lasershow. „Ich habe heuer schon vier Feuerwerke abgesagt wegen Trockenheit und manche in eine Lasershow umgewandelt“, erzählt Weinmann. Allerdings verlange so eine Lichtshow einen zentralen Platz für die Zuschauer. Das Feuerwerk hingegen könnten viele Menschen von ganz unterschiedlichen Plätzen aus genießen, da es aus erhöhter Position abgeschossen werde. Genau das mache es ja aus. Eine Umwandlung zur Lasershow wäre zudem in Kronach technisch extrem aufwendig und das Ergebnis durch die fehlenden zentralen Stellflächen für die vielen Zuschauer nicht optimal.

„Wir haben richtig schöne Effekte geplant, auch außergewöhnliche Sachen“, denkt er lieber daran, dass es heuer etwas mit dem Feuerwerk auf dem Kronacher Freischießen wird. Es soll von fünf Positionen aus geschossen werden, verteilt über die vorgesehene Fläche neben dem Festungsberg. Jetzt heißt es also Daumen drücken. Das wird sicherlich nicht nur Georg Weinmann tun, sondern auch die Schützen und alle, die wieder das Spektakel an Kronachs Nachthimmel bewundern wollen.

 

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