Würzburg - Die Berufsaussichten für junge Architekten waren schlecht im Rom 18. Jahrhunderts. Doch Giovanni Battista Piranesi fand eine lukrative Marktlücke im aufkommenden Tourismus: Veduten - Stadtansichten - für Bildungsreisende. Mit seiner virtuosen Technik und der drangvollen Bildregie seiner Radierungen hat Piranesi viele Künstler inspiriert - auch den nahe Coburg lebenden Grafiker und Maler Robert Reiter und seinen amerikanischen Kollegen Kevin Fletcher. Ihren Blick auf den "Reiz der Ruine" stellt das Martin von Wagner-Museum Würzburg nun den Arbeiten Piranesis gegenüber: Mit rund 60 Arbeiten aus dem Besitz des Universitätsmuseums spannt die Ausstellung einen Bogen von den antiken Überresten Roms über die Ruinenästhetik der frühen Neuzeit bis zur Faszination anonymer Industriebrachen. Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografie aus viereinhalb Jahrhunderten bezeugen die Magie der römischen Ruinen und die Wirkmacht Piranesis - in einer Hommage zu dessen 300. Geburtstag im kommenden Jahr.