Coburg - Es war Orgelkonzert in der Silvesternacht - und alle kamen. Alle kamen kurz vor dem Jahreswechsel in die einladende, weihnachtlich und freundlich geschmückte Morizkirche. Das Programm, das sich Peter Stenglein auferlegt hatte, erfüllte mehr als alle Erwartungen der vielen Kirchenbesucher. Schon mit der "Toccata F-Dur BWV 540,1" von Johann Sebastian Bach brachte der Organist eine stolze, energiegeladene, gewaltige Komposition voller Lebendigkeit und Tatendrang zum Klingen, die in ihrer Geschlossenheit einem Felsen gleichkam, an dem ein Orkan zerbricht und in den Kirchenraum zurückgeschleudert wird. Die drei "Schüblerschen Choräle" Bachs, die diesem Sturm folgten, brachten religiöse Gewissheit und innere Ruhe in die Kirche. Mit einem gewaltigen Anstieg aus kleinen Motivbächen zu einem breiten mächtigen Strom in der "Fuge F-Dur BWV 540,2", in dem die prachtvolle Fülle der neuen Orgelregister zur Geltung kamen, endete dieser erste Konzertteil majestätisch.
Feuilleton Die Ruhe und der Sturm
Dr. Peter Müller 01.01.2017 - 22:54 Uhr