Respekt! Wer solche Bühne-Askese wagt, der hat Mut. Und gehörig Vertrauen in die Kräfte seines Ensembles – und seines Publikums. Denn dieser „Hamlet“ fordert Energien beiderseits der Rampe. Nicht etwa wegen polternder Action-Exzesse oder nervenzerfetzender Bluträusche. Ganz im Gegenteil: konzentriert, unspektakulär, von allen Zeitgeistern verlassen überrascht Shakespeares Parade-Tragödie als eindringliches Kammerspiel im Coburger Landestheater. Hamlet unplugged, sozusagen.