Wittenberg/Kronach - Zeiten ändern sich. Vor 500 Jahren wurde eine Sünderin schon mal publikumswirksam auf dem Wittenberger Marktplatz hingerichtet, am Samstagabend darf man sie in der Lutherstadt für ihr Werk bejubeln. Doch das will zunächst nicht recht gelingen. Alle stehen sie auf der Bühne Spalier, um Katerina Belkina den Internationalen Lucas-Cranach-Preis für ihr Werk "Die Sünderin", ein kunstvolles Abbild ihres schwangeren Selbst unter den kritischen Blicken der Obrigkeit, zu überreichen: Jury-Präsident Ingo Cesaro, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, dazu die beiden Bürgermeister aus Kronach und Wittenberg sowie die Stifter des Preisgelds. Einzig die siegreiche Künstlerin fehlt. Dafür verantwortlich ist das sündhaft süße Resultat des sündigen Akts: Töchterchen Mia, auf dem Siegerbild noch im Mutterleib verborgen, hatte just im Moment der Ehrung lauthals nach einer Mahlzeit verlangt.