Ohne den vor 400 Jahren in Gräfenhainichen geborenen Paul Gerhardt wäre Einiges nicht in der Welt: Die Kirchengesangbücher wären um etliches dünner, einige Kantaten mangels adäquatem Text nicht vertont, manche zu Volksliedern gewordene Melodien gäbe es so nicht. Der Textdichter mit der klaren, barock-anschaulichen Sprache hat viel dafür getan, die Herzen der Menschen zu bewegen. Dieses sich bewegen lassen und dadurch seine Zuhörer zu bewegen ist ebenso Anliegen des seit 1992 bestehenden Ensembles Movimento. Um die Sängerin Nele Gramß herum scharen sich dabei die Barockgeigerinnen Veronika Skuplik und Judith Steenbrink, die Gambist/innen Frauke Hess, Julia Vetö und Arno Jochem sowie der Organist und Cembalist Christoph Lehmann. Diese sieben Musiker machen welches Programm auch immer sie in Angriff nehmen Musik aus einem Guss. Es gibt immer ein Thema, das von vielen Seiten beleuchtet wird. Dabei haben Spieler sowie Sängerin sichtbar und vor allem hörbar große Freunde an dem, was sie gemeinsam tun und das berührt nicht nur sie selber sondern in besonderer Weise ihr Publikum, wie man nach dem Konzert in der Morizkirche aus manchem Munde erlauschen konnte. Da war von lang nicht mehr gekannter Gänsehaut die Rede und auch ein deftig-ehrliches pfui Deifi, war des schee konnte ich nach dem Konzert erhaschen.
Feuilleton So lass die Englein singen
Von Marie Bous 06.11.2007 - 00:00 Uhr