Bad Steben - Im vorigen Sommer ließ er Menschen in Italien übers Wasser wandeln - das war Land-Art. Aber berühmt ist Christo, der 1935 in Bulgarien geboren wurde und seit mehr als 50 Jahren in New York zu Hause ist, als Verpackungs- und Verhüllungskünstler. Durch Verhüllung, sagt Dr. Linn Kroneck, Chefin im Grafikmuseum Stiftung Schreiner, macht er aus banalen Gegenständen geheimnisvolle Objekte: "Er offenbart mittels Verbergung." Auch "philosophische Erkenntnisse" sagt die Kunsthistorikerin ihm nach. Und seinen Arbeiten eine weit streuende Metaphorik, symbolisieren sie doch "Freiheitsentzug, Zwang, Knebelung, Unterwerfung, Drangsalierung, Repression und Terror" - einerseits. Andererseits verweist der Künstler selbst darauf, dass seine Projekte "totale Freiheit atmen" und eben deshalb nicht von Dauer sein können, "weil Freiheit der Feind des Besitzes ist".