Nicht positioniert hat sich bislang Saudi-Arabien, das 2034 WM-Gastgeber sein wird. Mit Blick auf die relativ eindeutigen Verhältnisse in Europa und Afrika könnte Asien im Frühjahr 2027 bei der Präsidentenwahl zum Königsmacher werden. Aktuell ist unklar, wer überhaupt gegen Infantino antreten könnte. Der Katarer Nasser Al-Khelaifi, Präsident bei Paris Saint-Germain, ist ein Anwärter - auch wenn er Ambitionen bislang zurückweisen ließ.
Nord- und Mittelamerika sowie Karibik (35) - gegen Infantino
Dass sich der Dachverband Concacaf wie Europa und Asien geschlossen gegen das Milliarden-Vorhaben stellte, war unerwartet. Doch das Veto der 41 Nationen (35 davon sind stimmberechtigt) bedeutet wie beim asiatischen Dachverband nicht, dass alle grundsätzlich gegen Infantino sind. Jedoch dürften die Nord- und Mittelamerikaner gestiegenes Interesse haben, ihren Verbandspräsidenten Victor Montagliani aus Kanada zum nächsten FIFA-Chef zu machen.
Umso überraschender wirkte am Abend die Wortmeldung Mexikos, das den zuvor geschlossenen Concacaf-Block aufbrach und Infantino öffentlich die Unterstützung zusicherte. Auf das Ausscheren des WM-Gastgebers könnten weitere Nationen folgen, zumal viele kleinere Staaten massiv von Infantinos Expansion profitieren.
Südamerika (10) - tendenziell pro Infantino
Der Kontinentalverband Südamerikas Conmebol stellte sich nicht kategorisch gegen Infantinos Pläne. Nach der Zurückziehung dieser äußerte der Verband aber "einstimmig seine Besorgnis" über die "wiederholt einseitigen Maßnahmen", die rund um den geplanten Verkauf von WM-Rechten zu beobachten waren.
Einzelne Nationalverbände wie Argentinien und Paraguay haben sich dennoch bereits pro Infantino ausgesprochen. "Sie führen ein Managementteam, das einen tiefgreifenden Wandel der FIFA bewirkt hat", schrieb Argentiniens Verband in einem öffentlich geteilten Brief an Infantino.
Bei der WM 2030 sind Argentinien, Paraguay und Uruguay anlässlich des WM-Jubiläums für jeweils ein Eröffnungsspiel ihres Nationalteams vorgesehen. Wird die WM auf 64 Teams erweitert, wären mehr Spiele für den Kontinent drin.
Ozeanien (11) - offen
Eine inhaltliche Positionierung des Dachverbands OFC, in dem Neuseeland die größte Nation darstellt, zum bereits gescheiterten Investorenplan gibt es bislang nicht. Da die kleinen Nationen von Neukaledonien bis Vanuatu in den vergangenen Jahren viel Geld sowie eine echte Chance auf ein WM-Ticket dank Infantinos Expansionspolitik bekamen, könnten sie ein Interesse an einem "Weiter so" mit dem FIFA-Präsidenten haben.