Filial-Schließung Coburg: Metzgereien verspüren Gegenwind

Von
Die Zahl der Metzgereigeschäfte in Coburg schrumpft. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Erneut verschwindet ein Fachgeschäft aus dem Stadtbild. Das ist nicht nur ein Problem in Coburg, sagt der Obermeister und nennt Gründe.

Coburg - So sich kein Nachfolger findet, verschwindet mit der Filiale in der Ketschengasse zum Jahresende wieder ein Metzger aus dem Coburger Stadtbild. Dann bleibt nur noch die Metzgerei Fischer in der Nägleinsgasse. „Das ist keine spezielle Coburger Entwicklung“, sagt Ralf Luther, Obermeister der Fleischerinnung Coburg Stadt und Land, „sondern leider ein landes- und bundesweiter Trend“.

Nachfolger fehlen

Die Ursachen seien vielfältig. Oftmals fehle es an der Nachfolge, dann müssten Metzger ihr Geschäft aufgeben. Nicht jeder habe das Glück, dass der Sohn bereitsteht, und der Fortbestand in nächster Generation gesichert sei, wie beim ihm der Fall. Zudem herrsche sehr starker Wettbewerb. Luther: „Wir spüren Gegenwind von Discountern und Supermärkten“. Und dann hänge vieles vom Personal ab. Es sei immer noch ein falsches Berufsbild in den Köpfen. „Metzger ist heute ein sehr sauberer Beruf“, erklärt der Obermeister, es gelten hohe Ansprüche und ein starker Technisierungsgrad erleichtere die Arbeit. Was den Metzgern noch das Leben schwermacht: Eine Fülle von Auflagen und Maßnahmen mit umfangreichen Dokumentationen. Viele schafften es laut Luther nicht mehr, diese hohen Anforderungen zu erfüllen.

Zuversicht

Dennoch zeigt sich der Obermeister mit Blick in die Zukunft für die Metzgereien zuversichtlich. Allerdings gelte es, einiges zu beherzigen: Metzger müssten sich absetzen mit einem eigenen Angebot und sich spezialisieren. Und man müsse die Kundenwünsche berücksichtigen. Zur Zeit sei zum Beispiel Dry Age Beef angesagt, Rindfleisch, das besonders lange gereift ist. So etwas müsse man im Angebot haben. Immer wichtiger sei die Regionalität. Die Kunden möchten wissen, wo die Ware und die Tiere herkommen. Damit könne man punkten. Und auch das Tierwohl spiele eine große Rolle, Metzger könnten etwa auf Strohschweine umstellen. Und dann müssten Metzger auch einen attraktiven Arbeitsplatz bieten, auch nach außen. Ein Laden, in dem 30 Jahre lang nichts mehr gemacht worden ist, sei eher ungünstig.

Fusion denkbar

In Oberfranken herrsche immer noch eine sehr hohe Metzgerdichte, betont der Obermeister. Dennoch mache sich der Fachverband Gedanken für die Zukunft. Eine Fusion der Innungen von benachbarten Kreisen sei irgendwann denkbar. Die Bäcker in Coburg und Lichtenfels haben es bereits vorgemacht.

Autor

 

Bilder