"Dann auf jeden Fall nicht"
Auf den Grund einer Wahrhaftigkeit tauchen, das will auch "In die Sonne schauen". International bekam der Film, der nicht einfach zu schauen ist, gute Kritiken. Der britische "Guardian" verglich ihn mit einem mysteriösen Gedicht über Schuld, Scham und Sehnsucht; das Branchenblatt "Variety" hob etwa auch die Sinnlichkeit und den schwarzen Humor hervor; ein Kritiker des "New Yorker" nannte den Film außergewöhnlich.
Schilinski wollte damit einen Film drehen, von dem sie selbst die Sehnsucht verspürte, dass es ihn geben soll. Dass das so belohnt werde, sei das große Geschenk. "Es gab immer wieder Menschen, die nicht an diesen Film geglaubt haben. Oder die mit ihren Rezepten kamen und gesagt haben: "Wir machen es aber so, weil so hat es immer geklappt." Und wenn jemand sagt: "So machen wir es immer", dann denke ich sofort: "Dann auf jeden Fall nicht.""
Als beim Interview irgendwann die Zeit abläuft, klopft es an der Tür, letzte Frage, heißt es dann. Schilinski lässt sich mit der Antwort besonders lange Zeit.