Bundesminister distanziert sich von Rede zu Gaza
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) distanzierte sich von der Rede. Er sei als einziger Vertreter der Bundesregierung bei der Gala gewesen und habe während der Rede den Saal verlassen, teilte ein Sprecher seines Ministeriums mit. Schneider halte die Aussagen "für nicht akzeptabel".
Auch andere Preisträger nutzten die Bühne für politische Statements, mehrere drückten ihre Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen aus. Moderatorin Désirée Nosbusch sagte: "Und ich bin mir sicher, dass unsere Herzen bei all den Menschen sind, die leiden, sei es durch Kriege oder durch Terrorismus."
Der Nahostkonflikt hatte die Berlinale auch in den vergangenen Jahren beschäftigt. So war sie zum Beispiel nach der Abschlussgala 2024 dafür kritisiert worden, dass einzelne Preisträger das Vorgehen Israels im Gazastreifen massiv kritisiert hatten, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas vom Oktober 2023 zu erwähnen. Es folgte eine Debatte bis hin zu Vorwürfen von Antisemitismus.
Wenders und Tuttle reagieren auf Kritik
Während des Festivals wurde diskutiert, wie politisch sich Filmschaffende äußern sollten. Dabei ging es mehrfach um den Nahostkonflikt. In einem offenen Brief hatten Filmschaffende der Berlinale vorgeworfen, sich nicht ausreichend zum Gaza-Krieg zu positionieren.
Wenders war unter anderem für die Aussage kritisiert worden, Filmschaffende sollten sich aus der Politik heraushalten. Bei der Preisverleihung würdigte er die Arbeit politischer Aktivisten und rief zu Zusammenhalt auf: "Wie die Filme der Berlinale deutlich zeigen, applaudieren euch die meisten von uns Filmemachern. Wir alle applaudieren euch. Ihr macht eine notwendige und mutige Arbeit, aber muss sie in Konkurrenz zu uns stehen? Müssen unsere Sprachen aufeinanderprallen?"
Festivalchefin Tricia Tuttle sagte: "Wir sind in diesem Jahr auch öffentlich herausgefordert worden, und das ist gut so. Es hat sich nicht immer gut angefühlt, aber es ist gut, weil es bedeutet, dass die Berlinale den Menschen wichtig ist." Kritik und das Einbringen von Meinungen seien Teil der Demokratie.