Es sei völlig legitim, dass Menschen mit dem, was auf der Bühne gesagt werde, nicht einverstanden seien. Bisweilen kochten Emotionen hoch. "Aber diese Art von Meinungsverschiedenheiten sollte nicht zu einer institutionellen Krise oder Richtlinie führen", so die Berlinale-Chefin.
Was die Bundesregierung will
Liegt sie damit auf einer Linie mit der Bundesregierung? In die Debatte hatte sich nicht nur Weimer eingebracht, sondern - über seinen Sprecher - auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Die im Raum stehenden Vorwürfe müssen ausgeräumt werden und gegenseitige Unterstellungen müssen unterbleiben", sagte Merz-Sprecher Sebastian Hille am Freitag.
Es gehe nicht um Eingriffe in Kunstfreiheit. Doch müsse die einfache Frage beantwortet werden: "Was soll und darf auf der Bühne der Berlinale stattfinden?" Es könne wenig Zweifel daran geben, dass "Aussagen, die der Bundesregierung eine Beteiligung an einem Völkermord unterstellen und auch noch Drohungen beinhalten, nicht an einem solchen Ort stattfinden sollen".
Was wiederum die Frage aufwirft: Wie soll oder kann so etwas künftig unterbunden werden? Sicherlich ein Punkt, der bei der Krisensitzung eine Rolle spielen dürfte.