Wie aufwendig sind die Ermittlungen?
Landesinnenminister Reul spricht von einem "der größten Verfahren in Nordrhein-Westfalen". Zwei Jahre lang sei intensiv und verdeckt ermittelt worden. Immer auf der Spur des Geldes wurden Kontoauszüge gelesen, Firmenregister geprüft, Zahlungsströme verfolgt und Firmengeflechte auseinandergenommen, wie der Minister schildert.
Die Ermittlungsergebnisse füllen nach Angaben der Duisburger Staatsanwaltschaft inzwischen 200 Sonderbände und Fallakten mit bisher 34.000 Blatt. Am Zugriff am Mittwoch beteiligten mehr als 1.700 Einsatzkräfte und 50 Spürhunde.
Die vorläufige Bilanz dieser Arbeit lässt sich ebenfalls in Zahlen ausdrücken: Mehr als 140 Objekte wurden durchsucht, Vermögen im Wert von rund 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt.
Ist damit die Rockerkriminalität besiegt in Duisburg?
Von einem Sieg gegen das organisierte Verbrechen wollen die Ermittler nicht sprechen, die "Hells Angels" in Duisburg seien aber mit Sicherheit geschwächt. Der Verlust ihrer Führungsleute und beschlagnahmten Statussymbole wie Luxuskarossen und dicken Motorrädern tue ihnen sicher weh, sagen Duisburger Ermittler, die den Einsatz geführt haben. Nun müsse man aber besonders darauf achten, dass sich keine Ersatzstrukturen bildeten.
Die Polizei ruft Bürger auf, Erpressungen und Nötigungen der organisierten Kriminellen künftig zu melden. Sie hat dafür eine Sondernummer für Informationen geschaltet. "Die Zeit der Angst ist vorbei", sagte Polizeipräsident Dierselhuis.
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