Firma Thümlein in Weißenbrunn Neue Halle – mehr Wachstum?

Karl-Heinz Hofmann
Weißenbrunns Bürgermeister Jörg Neubauer wird von Simon und Jürgen Thümlein (von links) über die Fortschritte beim Bau einer neuen Produktions- und Lagerhalle informiert, die im Sommer fertig werden soll. Foto: /Karl-Heinz Hofmann

Die Weißenbrunner Firma Thümlein, spezialisiert auf Verpackungen, erweitert ihren Betrieb. Das macht auch Steigerungen in der Produktion möglich.

Weißenbrunn - Die Firma Hans Thümlein in Weißenbrunn gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Innovation, Kreativität und Flexibilität sorgten dafür, dass sich das Familien-Unternehmen vom traditionellen Handwerk der Büttnerei, also der Herstellung von Holz-Bierfässern, zum modern ausgestatteten und expandierenden Verpackungshersteller entwickelte. Spezialisiert hat man sich insbesondere auf Sonder- und Exportverpackungen. Sonderverpackungen sind maßgefertigte Kisten, die exakt an das jeweilige Packgut angepasst sind, unter anderem im Hinblick auf Gewicht, Größe und Empfindlichkeit. Exportverpackung wiederum ist der Sammelbegriff für Kisten, die für den Export von Gütern außerhalb von Europa bestimmt sind, vor allem per Schiff, Zug und Flugzeug.

Nun hat die Firma mit einer Gebäudeerweiterung begonnen. Seit Herbst vergangenen Jahres entsteht eine etwa 1000 Quadratmeter große Fertigungs- und Lagerhalle. Bei einem Rundgang über das Gelände dankte Bürgermeister Jörg Neubauer den beiden Geschäftsführern Jürgen und Simon Thümlein für ihre offene, kooperative Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Nachhaltige Baumaterialien

Die Firma will beim Bau der neuen Lager- und Produktionshalle am Ortseingang von Weißenbrunn auf dem betriebseigenen Gelände überwiegend Holz als Baumaterial einsetzen. Besonderen Wert lege das Unternehmen auf nachhaltige Baumaterialien und auf eine verbesserte Energiebilanz, auch im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz, sagten die Geschäftsführer. Mittlerweile stehen bereits die Hallen-Außenwände aus Brettsperrholz. Diese würden noch mit Holzfaserdämmplatten und einer Holzfassade verkleidet, erklärten die Inhaber. Im Vergleich zu einem konventionellen Neubau werde der Energieverbrauch der Halle um rund die Hälfte niedriger liegen. Beheizt wird sie mit Holzreststoffen, die in der eigenen Produktion anfallen, sowie mit Holzhackschnitzeln aus heimischen Wäldern.

Optimierte Produktion

Das in fünfter Generation geführte Unternehmen verzeichnete trotz Corona-Pandemie und weltweit stockenden Materialflüssen keine Umsatzrückgänge. Hergestellt werden Verpackungen für bis zu 20 Tonnen schwere Güter, zum Beispiel für Maschinen aus den Branchen Anlagenbau, Automatisierung, Medizintechnik, Automobiltechnik und Elektrotechnik, die in Länder außerhalb Europas exportiert werden sollen – zum Beispiel Spritzgießmaschinen und Spritzgusswerkzeuge oder CNC-Maschinen und Pressen für die Metallverarbeitung. Mit der neuen Halle wolle man die Möglichkeit schaffen, auch solche Güter unter Dach zu verpacken, informierten die Geschäftsführer. Mit einem Brückenkran könnten diese dann beispielsweise auf einen Kistenboden gesetzt, in einer Kiste verpackt und anschließend auf Lastwagen verladen werden. Auch Seefrachtcontainer könnten dann auf- und abgeladen werden. Außerdem optimiere man die Produktion der Holzpackmittel durch einen automatisierten Palettenzuschnitt mit einer Säge für Holzwerkstoffplatten.

Zwar kalkuliere man nicht zwangsläufig mit einer Produktionssteigerung, sagten die Inhaber: „Doch wäre mit der neuen Halle und der Ausstattung, realistisch gesehen, eine Produktionssteigerung von rund 30 Prozent machbar.“ Mit dem Neubau werde auf jeden Fall die Versorgung der regionalen Stammkunden sichergestellt.

Laut Plan soll schon im Sommer der Betrieb in der neuen Halle aufgenommen werden.

 

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