Das Filmprojekt und zuvor schon ein Buch, in dem sie ihren Weg beschrieb, seit sie in den 90er Jahren nach Amerika kam, um ihre Modelkarriere in New York voranzutreiben, und dann Donald Trump kennenlernte, könnten ein Versuch sein, Melania im Weißen Haus mehr Sichtbarkeit zu geben.
Wie kam der Film zustande?
Regisseur des Films ist Brett Ratner, dessen Karriere schon vor Jahren nach Vorwürfen mehrerer Frauen vorbei schien. Unter anderem die drei "Rush Hour"-Filme und ein Streifen aus der "X-Men"-Reihe hatten den einstigen Musicvideo-Spezialisten zuvor zu einem der bestbezahlten Filmemacher in Hollywood gemacht. Doch 2017, auf dem Höhepunkt der "MeToo"-Enthüllungen, beschuldigten ihn mehrere Frauen, darunter auch bekannte Schauspielerinnen, sexueller Übergriffe. Ratner bestritt die Vorwürfe, doch das Hollywood-Studio Warner Bros. kappte alle Verbindungen zu ihm.
Der "Los Angeles Times" zufolge wurde Ratners Comeback von Melania Trumps Agenten Marc Beckman eingefädelt. Die beiden kennen sich seit fast zwei Jahrzehnten. Ratner soll nun auch bei einem potenziellen Blockbuster Regie führen - einem vierten "Rush-Hour"-Film. Der gefallene Hollywood-Star wollte den Streifen schon seit Jahren machen, doch ein Studio nach dem anderen winkte ab, wie das "Wall Street Journal" berichtete. Erst im vergangenen Jahr gab es grünes Licht von Paramount - nachdem die Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison die Kontrolle beim Hollywood-Urgestein übernahm.
Der weltgrößte Online-Händler Amazon, dem das traditionsreiche Hollywood-Studio MGM gehört, zahlte 40 Millionen Dollar für die Rechte an der Dokumentation. Kritische Kommentatoren wie Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel verrissen den Betrag als "Schmiergeld", mit dem sich der Konzern von Gründer Jeff Bezos in Donald Trumps Weißem Haus einschmeicheln wolle. Dem gut informierten Hollywood-Journalisten Matt Belloni zufolge steckt Amazon noch weitere 35 Millionen Dollar in die Vermarktung inklusive des Kinostarts in mehr als zwei Dutzend Ländern. In der Branche werde mit Erlösen von rund fünf Millionen Dollar am ersten Wochenende in den USA und Kanada gerechnet, schrieb Belloni.