Flixtrain Nachtverbindung nach Berlin hält in der Region

Das Unternehmen Flixtrain bietet neue Bahnverbindungen von und nach Berlin an. Auch in Oberfranken ist ein Halt des Bahn-Konkurrenten geplant. Foto: dpa/Marius Becker

Das Unternehmen Flixtrain bietet neue Bahnverbindungen von und nach Berlin an. Auch in Oberfranken ist ein Halt des Bahn-Konkurrenten geplant.

München/Berlin/Bamberg - Nach einem halben Jahr Stillstand wegen der Corona-Pandemie, nimmt der Bahn-Konkurrent Flixtrain wieder den Betrieb auf. Dabei bietet das Unternehmen weitere Fernstrecken in seinem Netz an und plant ab Juni auch einen Halt in Oberfranken. Vom 17. Juni an wird es die Nachtverbindung München-Berlin-Hamburg geben, wobei aber keine Schlaf- oder Liegewagen vorgesehen sind. Zusteigen kann man in Nürnberg, Erlangen und Bamberg. „Wir wollen ein deutschlandweites, alternatives Angebot aufbauen, alle Ballungsräume sind nun angeschlossen“, sagte Flixmobility-Chef André Schwämmlein. Das Unternehmen, das vor allem durch die Fernbus-Marke Flixbus bekannt wurde, setzt auf preisbewusste Kunden.

Verglichen mit der bundeseigenen Deutschen Bahn ist das Angebot aber noch klein: Insgesamt werden im Sommer neun grüne Züge von Flixtrain unterwegs sein. Die Bahn hat mehr als 300 ICE im Betrieb.

Auch der Staatskonzern stockt seine Flotte auf. Im Sommer soll der 75. von insgesamt 119 neuen ICE4 ausgeliefert werden, 2023 der letzte. Die Bahn braucht so viele neue Züge, weil sie sich vorgenommen hat, 2030 im Fernverkehr 260 Millionen Kunden zu haben. Das sind doppelt so viele wie 2015. Verglichen mit dem Corona-Jahr 2020 wäre es mehr als eine Verdreifachung.

Ein Stück von diesem wachsenden Kuchen möchte Flixtrain. Noch vor Pfingsten soll am 20. Mai auf den Strecken Hamburg-Köln und Berlin-Köln der Betrieb wieder beginnen. Berlin-Stuttgart soll im Juni folgen.

Vom 27. Mai an fährt Flixtrain bis zu achtmal am Tag zwischen Leipzig, Berlin und Hamburg. Zwischen den beiden größten deutschen Städten fahren seit dem Winter die ICE der Deutschen Bahn tagsüber durchschnittlich alle halbe Stunde. „Wir passen in den Halb-Stundentakt“, sagte Schwämmlein, der seine Züge dort auch bei der Reisezeit auf Augenhöhe mit den ICE sieht.

Insgesamt stehen dann etwa 40 Städte auf dem Fahrplan - das sind ungefähr so viele wie bei Flixbus. Vor der Pandemie hatten die grünen Busse zehnmal so viele Städte angesteuert. „Wir sind durch das Tal durch in Deutschland“, zeigte sich Schwämmlein zuversichtlich. Finanziell sei man gut durch die Pandemie gekommen.

Wie beim Bus kauft Flixmobility auch beim Zug keine eigenen Fahrzeuge, sondern beschränkt sich auf die Netzplanung und die Vermarktung. Den Betrieb der Züge leisten Partnerunternehmen.

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