Wissenschafts-Krimi
"Die Weisskopf-Kontroverse ist ein echter Wissenschafts-Krimi mit Schurken und Helden, ohne dass ganz klar zu sein scheint, wer nun eigentlich wer ist", schreibt etwa das Deutsche Patent- und Markenamt auf seiner Internetseite. Es sei Fakt, dass ein letzter Beweis für Weisskopfs Pioniertat fehle. "Fakt ist aber auch, dass die Wrights ihren Anspruch auf den Ruhm des ersten Motorflugs einerseits zielstrebiger und eloquenter, andererseits aber teilweise auch mit fragwürdigen Mitteln durchsetzten", heißt es dort weiter.
Denn auch ihr Erstflug und die damit verbundenen Beweismittel werfen Fragen auf. So zweifelt etwa der Luftfahrthistoriker John Brown seinerseits den Flug der Gebrüder an. Der Schattenwurf und weitere Details auf einem der gezeigten Bilder deuteten auf eine Manipulation hin.
Weisskopf, der seine Berufsbezeichnung selbst schon sehr früh mit "Aeronaut" angab, war nicht sehr zufrieden mit seinen ersten Versuchen. "Die Flüge taugen alle nichts, weil sie nicht lange genug anhalten", soll er geäußert haben. Später baute er viele weitere Flugapparate, lieferte Motoren und Antriebstechnik.
In Sachen Renommee haben ihn die Wrights jedoch weit überholt. Zwar hat der Bundesstaat Connecticut seinen Flug von 1901 als Pioniertat anerkannt. Einige Gedenkstücke von damals sind im Connecticut Air & Space Center ausgestellt. Begraben ist Weisskopf auf einem Friedhof in der Stadt Bridgeport. Sein früheres Wohnhaus in der Stadt Fairfield wurde 2014 abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen.
Die Wrights sind die Flug-Superhelden
Die Flug-Superhelden in den USA bleiben unumstritten die Orville und Wilbur Wright. Zum 100. Jubiläum ihres ersten anerkannten Motorflugs in der Geschichte der Menschheit kamen 2003 Tausende Menschen nach Kitty Hawk in den US-Bundesstaat North Carolina, wo Flüge mit einem originalgetreuen Nachbau des Wright-Fliegers versucht wurden. Auch der damalige US-Präsident George W. Bush würdigte die Pioniere.
Ihr Original-Flieger hängt inzwischen in einem Museum in der Hauptstadt Washington. Der Flugplatz von damals ist heute das Wright Brothers National Memorial, das jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen besuchen.