Reinhard Mey hat recht. Alles, was unten groß und wichtig erscheint, wirkt hier oben nichtig und klein. Alle Ängste, alle Sorgen bleiben verborgen unter den wenigen Wolken, die heute den Coburger Himmel zu einem blau-weißen bayerischen Klischee machen. Die Veste verkommt von hier aus zu einer winzigen Spielzeugburg, der imposante Schlossplatz mit der Ehrenburg ist ein kleines Rechteck am Boden, selbst der ICE, der Coburg passiert, gleicht eher einer sich eigenartig akkurat windenden Schlange als einem hunderte Meter langen Schnellzug. Trotz des dumpfen Dröhnens des Flugzeugmotors stellt sich in meinem Kopf eine eigenartige Ruhe ein. Es stimmt: hier, über den Wolken, scheint die Freiheit wirklich grenzenlos zu sein.