Folge von Krisen Entlassungen bei Ros

Der Kunststoffspezialist Ros muss auch an seinem Stammsitz in Coburg Mitarbeiter entlassen. Das sei nötig, um das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren, teilte die Geschäftsführung mit. Foto: Archiv Neue Presse

Das Unternehmen muss sich von Mitarbeitern trennen. Dies soll sozialverträglich geschehen.

60 Beschäftigte der Firma Ros werden noch im ersten Quartal dieses Jahres ihre Kündigung erhalten. Betroffen sind die Standorte Coburg und Ummerstadt. Das teilte die Geschäftsführung am Dienstag mit. Das Unternehmen, das hochpräzise technische Spritzgussteile herstellt, reagiert damit auf ein „durch Hyperkrisen belastetes Marktumfeld“. Es hat rund 300 Mitarbeiter.

Gesellschafter Eberhard Ros bedauerte gegenüber der Neuen Presse die anstehenden Entlassungen. Sie seien jedoch notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Zielsetzung ist, Ros krisenresilient und zukunftsfähig aufzustellen.“ Dies erfordere „eine Überprüfung der Kapazitäten und der Reduktion von Fixkosten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Eberhard Ros erläuterte, dass die Corona-Pandemie die erste wirtschaftliche Belastung für das Coburger Unternehmen bedeutet habe. Kunden, beispielsweise Autohersteller, hätten in dieser Zeit ihre Produktion gestoppt und Lieferungen nicht mehr abgenommen.

Die Chipkrise – fehlende elektronische Bauteile – und der Überfall Russlands auf die Ukraine, in deren Folge Energie- und Rohstoffpreise explodierten, hätten zu neuen Einbrüchen bei Ros geführt. „Ein Nackenschlag folgte dem anderen“, so der Gesellschafter. Ziel der jetzt beschlossenen Maßnahmen sei es, das Unternehmen zu stabilisieren. Die Geschäftsführung habe am Dienstag alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Betriebsrat über die wirtschaftliche Situation, den geplanten Stellenabbau und die vorgesehenen Einsparungen informiert. „Gemeinsam erfolgt ein sozialverträglicher Abbauplan“, betonen Management und Gesellschafter des Familienunternehmens.

Geschichte

Die Ros GmbH & Co. KG ist 1926 als „Presswerk“ in Coburg gegründet worden. 1996 startete die Produktion im Zweigwerk in Ummerstadt. 2018 erfolgte die Umsiedlung des Hauptwerks in Coburg von der Bamberger Straße auf das Güterbahnhofgelände. Ros hat die ehemalige Firma Max Carl zu einem hochmodernen Werk umgestaltet.

Zu den weltweiten Kunden des Spezialisten für hochpräzise technische Kunststoffspritzgussteile gehören namhafte Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Medizintechnik, Elektrotechnik und weiteren Industrien. Die Exportquote des Coburger Unternehmens liegt bei über 50 Prozent.

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