„Schon seit den 1960er Jahren rätseln Archäologen darüber, ob und wann Menschen von Teotihuacan eine neue politische Ordnung im Maya-Gebiet einführten“, berichtet Diane Chase. „Steinstelen, Hieroglyphendaten, Abbildungen und archäologische Daten deuten darauf hin, dass es ab 378 besonders enge pan-mesoamerikanische Verbindungen gab. Dieser Übergang wird daher auch als ‚Entrada‘ bezeichnet.“
Caracol und Theotihuacan
Die in Caracol entdecken Gräber legen einen deutlich früheren Beginn solcher Kontakte nahe. „Maya und Teotihuacan kannten schon damals ihre gegenseitigen rituellen Praktiken, wie die Feuerbestattungen in Caracol demonstrieren“, erläutert Arlen Chase.
Die Grabbeigaben und Bestattungsart zeigten, dass Maya-Herrscher schon sehr früh enge Kontakte zu der weit im Norden liegenden Nachbarkultur hatten. Auch in Guatemala haben Archäologen jüngst Hinweise für solche Kontakte entdeckt.
„Die Kontakte zwischen den beiden Regionen fanden auf der höchsten Ebene der Gesellschaft statt“, konstatiert die Archäologin. „Schon die ersten Könige verschiedener Mayastädte – wie Te K’ab Chaak in Caracol – unterhielten offenbar formelle diplomatische Beziehungen mit Teotihuacan.“
Möglicherweise war einer der Toten ein enger Verwandter von Te K’ab Chaak. Er könnte mit den Bräuchen von Teotihuacan vertraut gewesen sein. Vielleicht, weil er einige Zeit dort als Gesandter Caracol verbrachte.