Die EU ist zuversichtlich, dass die WTO bei ihrer bisherigen Linie bleibt und erneut feststellt, dass illegale Subventionen an Boeing nicht wie gefordert abgebaut wurden. Sie will ebenfalls Schadenersatz in Milliardenhöhe geltend machen.
Was ist die Haltung der US-Regierung und von Boeing?
Der US-Konzern und die Regierung vertreten die Ansicht, alle bisherigen Anordnungen der WTO befolgt zu haben. Im aktuellen Berufungsverfahren ist Boeing zuversichtlich, dass das Urteil von 2017 gekippt wird. Falls nicht, werde das Unternehmen alles Nötige tun, um auch hier die Vorgaben der WTO einzuhalten. Boeing bemüht sich, die Bedeutung des aktuellen Falls herunterzuspielen. In der Gesamtbetrachtung des Konflikts mit Airbus seien die meisten Anschuldigungen der EU ohnehin schon von der WTO abgewiesen worden.
Wie sieht Airbus die Lage?
"Wir sind sehr zuversichtlich, dass der heutige WTO-Report eine solide Basis für eine EU-Forderung nach umfangreiche Gegenmaßnahmen ist", heißt es bei Airbus im Vorfeld. Das das WTO-Urteil 2018 im Fall von Airbus-Subventionen angeht, sieht Airbus dagegen von den USA geforderte Strafmaßnahmen als ungerechtfertigt an. Sämtliche WTO-Vorgaben seien umgesetzt worden.
Was passiert jetzt, wenn das Urteil von 2017 aufrechterhalten wird?
Dann ist das juristische Gezerre zu Ende und ein WTO-Schlichter entscheidet über Schadenersatz für den Kläger. Beide Seiten haben Milliardensummen ins Spiel gebracht. Es geht nach WTO-Regeln nicht um die Rückzahlung illegaler Staatshilfen, sondern um Schäden durch unfairen Wettbewerb. Das Urteil des Schlichters ist bindend.
Geht es auch anders?
Alle Seiten sprechen immer wieder davon, dass das Gezerre um Flugzeugbausubventionen am besten ein für alle Mal durch ein Abkommen zwischen der EU und den USA beigelegt werden kann. Wenn beide sich auf Regeln im Umgang mit ihren Flugzeugbauern einigen, könnte womöglich auf Schadenersatzforderungen verzichtet werden.