Die Kronacher Helios-Klinik feiert den medizinischen Fortschritt: Erstmals haben Ärzte eine zukunftsträchtige Operation in der Kardiologie durchgeführt.
Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin, Mohammad Hamadneh (von links), Patient Reinhard Bätz sowie die leitenden Oberärzte Wasim Allakkis und Mohhamad Elabd nach der erfolgreichen Implantation des ersten kabellosen Herzschrittmachers an der Helios Frankenwaldklinik Kronach. Foto: Steffi Heumann, Foto Dölling
An der Helios-Frankenwaldklinik Kronach wurde erstmals ein vollständig kabelloser Herzschrittmacher implantiert. Das gibt die Preseabteilung der Krankenhauses am Dienstag bekannt und freut sich über einen „Meilenstein für die moderne Rhythmustherapie in der Region“.
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Die Premiere gelang dem Team der Kardiologie unter Leitung von Chefarzt Mohammad Hamadneh. „Das innovative System bietet insbesondere Patienten eine Lösung, bei denen ein herkömmlicher Herzschrittmacher mit Elektroden und Aggregattasche nicht infrage kommt“, erklärt Pressesprecherin Katharina Kurzweg.
80-Jähriger erhält ersten kabellosen Herzschrittmacher
Der Eingriff erfolgte bei dem 80-jährigen Reinhard Bätz, der bewusstlos mit einer Synkope eingeliefert worden war. Die Diagnose: ausgeprägte Herzrhythmusstörungen mit Pausen der Herzaktion von bis zu zehn Sekunden – ein lebensbedrohlicher Zustand.
Gerade einmal 2,8 Zentimeter lang und 2,9 Gramm schwer ist der kabellose Herzschrittmacher, den das Team rund um Chefarzt Hamadneh in Kronach erstmals implantiert hat. Foto: Steffi Heumann, Foto Dölling
„Implantiert wurde ein hochmodernes, vollständig kabelloses Schrittmachersystem. Alle Funktionseinheiten sind in einer nur 2,8 Zentimeter langen und 2,9 Gramm leichten Kapsel untergebracht. Das Gerät wird über die Leistenvene direkt in die rechte Herzkammer eingebracht und dort an der Herzwand fixiert“, erklärt die Pressestelle. „Eine Aggregattasche unter der Haut, Narben oder Kabeldurchleitungen entfallen vollständig.“
„Kabellose Schrittmacher reduzieren typische Risiken wie Infektionen, Sondenbrüche oder Komplikationen an den Gefäßen deutlich“, erläutert Hamadneh. „Gerade für Patientinnen und Patienten mit eingeschränktem venösem Zugang, chronischer Niereninsuffizienz oder einem hohen Infektionsrisiko ist das ein großer Fortschritt.“
Ein weiterer Vorteil: Das System könne – falls notwendig – wieder sicher entfernt oder ersetzt werden, heißt es in der Bekanntmachung. Zudem biete es eine Batterielebensdauer von bis zu 18 Jahren. Für den Chefarzt ist das ein entscheidender Schritt für mehr Sicherheit: „Diese Geräte-Generation ist nicht nur klein und minimalinvasiv, sie ist auch nachhaltig und flexibel. Das macht sie für viele ausgewählte Indikationen äußerst attraktiv.“
Der Eingriff verlief komplikationslos, berichtet die Klinik. Bereits am Folgetag konnte Reinhard Bätz die Frankenwaldklinik in stabilem Zustand verlassen. „Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeit für mich gab“, sagte der Patient vor seiner Entlassung. Für das Team der Kardiologie bedeutet der erfolgreiche Einsatz des kabellosen Systems den Einstieg in eine neue Ära der Schrittmachertherapie am Standort.