Pflege der eigenen Marke
Medienauftritte nutzte der oft papageienbunt gekleidete Regisseur gern zur Pflege seiner Marke. In einer Arte-Dokumentation anlässlich seines 80. Geburtstages streckte er sich auf dem Grab, das er sich auf dem Berliner Friedhof ausgesucht hatte, schon mal zum Probeliegen aus. Das Altern, erklärte er einmal, habe ihn verändert: „Das macht mich dünnhäutiger, vielleicht auch angreifbarer.“
Am vergangenen Freitag noch hatten von Praunheim und sein langjähriger Partner Oliver Sechting in Berlin geheiratet - ein Instapost zeigte zwei Hände mit Ringen in Form von Fröschen. Ende November war der auf der Berlinale mit dem Teddy Award ausgezeichnete Doku-Filmessay „Satanische Sau“ ins Kino gekommen, in dem Armin Dallapiccola als Alter Ego des Regisseurs auftritt. Es geht um Sex, Tod, schwules Leben und schließlich auch um die Politik des Autorenfilmers und Aktivisten. Ein Vermächtnis.