Frauen auf dem Chefsessel Oberfranken sucht die Business-Queen

Der Unternehmerinnen-Award Oberfranken geht 2021 in die zweite Runde. Foto: Pixabay

Gesucht werden oberfrankenweit die Unternehmerin des Jahres, die Start-up-Unternehmerin des Jahres sowie eine Frau in einem Unternehmen, die den sogenannten „Herzenspreis“ verdient hat – eine Ehrung für das unternehmerische Lebenswerk.

Hof/Bayreuth/Coburg - Der Gesetzgeber klopft den großen, börsennotierten Konzernen auf die Finger: Sitzen mehr als drei Mitglieder im Vorstand, muss mindestens eine Frau dabei sein. Und der Mittelstand? In diesen Unternehmen sind laut einer Erhebung der KfW in Deutschland gerade einmal 16,8 Prozent der Führungsspitzen weiblich besetzt. Wie bekommt man mehr Frauen in die Chefetagen? In Oberfranken mit seiner mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur hat Bettina Angerer, selbstständige Beauftragte des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), die Initiative ergriffen. Zum zweiten Mal nach 2019 startet sie einen Award für Unternehmerinnen. Ihr Ziel: Das „weibliche Unternehmertum“ vorantreiben.

„Wenn wir künftig in einer besseren Welt leben und arbeiten möchten, müssen wir daran aktiv arbeiten“, sagte Angerer am Donnerstag bei einem Pressegespräch in der VR Bank in Hof. Dafür hat sie sich zahlreiche Sponsoren und Förderer ins Boot geholt: Auf der Liste der Partner und Jury-Mitglieder finden sich unter anderem die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken/Bayreuth, die Universität Bayreuth, die Hochschule Hof und das Gründerzentrum „Einstein1“, die Wirtschaftsförderungen des Landkreises Bayreuth und der Stadt Hof sowie die Wirtschaftsregion Hochfranken und der Wirtschaftskreis Pegnitz.

Auch wenn Bettina Angerer, selbst in Bayreuth mit einer Unternehmensberatung selbstständig tätig, persönlich von einer Frauenquote nicht viel hält: „Wir brauchen mehr Frauen in Führungsposition. Darüber muss die Leistung entscheiden. Und genau die wollen wir sichtbar machen, herausstellen und honorieren – und zeigen, was wir in der Region für tolle Frauen in der Wirtschaft haben.“ Ob die Übernahme der Firmenleitung eines existierenden Unternehmens oder die Gründung eines Start-ups: Keine Quote könne darüber entscheiden, ob sich Frauen diese Rollen zutrauen. „Es braucht mehr Mut. Und wer diesen hat, braucht Anerkennung und Respekt. Das machen wir mit dem Award“, betont Angerer.

Der Startschuss dafür ist gefallen, Bewerbungen können seit Donnerstag in drei Kategorien eingereicht werden. Gesucht werden oberfrankenweit die Unternehmerin des Jahres, die Start-up-Unternehmerin des Jahres sowie eine Frau in einem Unternehmen, die den sogenannten „Herzenspreis“ verdient hat – eine Ehrung für das unternehmerische Lebenswerk. Gestiftet werden die Preise unter anderem von der VR Bank Bayreuth-Hof und der Personalberatung Wodzak-Littig.

Angerer, Ideengeberin und verantwortlich für die gesamte Koordination und Durchführung des Events, hofft auf viele Vorschläge. 2019, bei der erstmaligen Auslobung, seien 50 Bewerbungen eingereicht worden, 27 davon kamen in die engere Auswahl.

„Wir haben sie in Oberfranken, die Frauen, die Verantwortung in Führungspositionen übernehmen“, ist sich die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) sicher. „Und wir müssen sie in dem bestärken, was sie tun.“ Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Oberfranken/Bayreuth, erkennt bereits seit geraumer Zeit eine neue „Frauenpower“ in Oberfranken. „Das müssen wir stärken, wie wir das gesamte Unternehmertum bei uns weiter stärken müssen.“

Eine dieser Power-Frauen ist Ina Richter. Sie ist 2019 mit dem Unternehmerinnen-Award Oberfranken ausgezeichnet worden. In Bad Berneck führt sie seit 2012 die Textil produzierende Firma Suprima, ein Familienunternehmen mit 50 Mitarbeitenden, das bereits 1935 von ihrer Großmutter gegründet wurde. „Der Preis hat mir einen großen Schub gegeben“, schildert sie. Zum Beispiel darin, auch wieder mehr Auszubildende einzustellen oder beim Bemühen, so wenig wie möglich Produktionskapazitäten vom Firmensitz auszulagern. „Durch den Award ist mir selbst erst wieder klar geworden, welche Leistungen wir erbringen – und was ich selbst leiste.“ Ihr Appell an die Frauen: „Nehmen sie teil an diesem wertvollen Award.“

Der Unternehmerinnen-Award

Gesucht werden oberfränkische Unternehmerinnen in den drei Kategorien „Unternehmerin des Jahres“, „Start-up-Unternehmerin des Jahres“ und „Herzenspreis – die Frau im Unternehmen.“ Vorschläge und Bewerbungen sind seit Donnerstag über die Website www.bvmw.de/oberfranken/unternehmerinnen-award möglich. Ausgelobt werden die Preise vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BMWV). Die Organisation und Durchführung liegt in den Händen von Bettina Angerer, selbstständige Beauftragte des BMWV, Geschäftsstelle Bayreuth. Bewerbungs- und Unterlagenschluss ist am 15. September 2021 – und die Preisverleihung findet am 09. November 2021 in Hof statt.

Autor

 

Bilder