Freiwillige Feuerwehr Coburg: Mehr Frauen in den Einsatzgruppen

Wolfgang Braunschmidt

Der Anteil weiblicher Kräfte in den Feuerwehren des Landkreises Coburg steigt. Aber es gibt noch Luft nach oben, sagt Kreisbrandmeisterin Diana Schultheiß.

Frauen gehören auch in den Feuerwehren des Landkreises Coburg zum Alltag. Aber es könnten noch mehr sein, sagt Kreisbrandmeisterin Diana Schultheiß. Foto: picture alliance / dpa/Peter Steffen

Coburg - Kreisbrandmeisterin Diana Schultheiß hat bei der Kommandanten-Frühjahrstagung am Samstag, die digital stattfand, die Entwicklung der Feuerwehren im Landkreis Coburg dargestellt. Die Aktiven bezeichnete Schultheiß als „Schlüssel zum Erfolg“. Selbst wenn die Freiwilligen und Werkfeuerwehren innerhalb von drei Jahren eine Abnahme der Mannschaftsstärke von rund 300 Dienstleistenden hätten hinnehmen müssen, habe man die Zahl der Aktiven stabilisieren können. Sie habe sich auf knapp 3000 eingependelt, „unsere Maßnahmen haben gefruchtet“. Allerdings dürfe man in den Anstrengungen nicht nachlassen. Es sei durchaus realistisch, „die 3000er-Marke auf Dauer anzustreben und als gemeinschaftliches Ziel festzulegen“, betonte die Kreisbrandmeisterin.

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Dazu gehöre, „bei den Frauen noch mehr für die Feuerwehr zu werben. Es muss die Aufgabe eines jeden Kommandanten sein, hier einfach mehr zu tun“, forderte Diana Schultheiß. „Selbst wenn der Frauenanteil derzeit bei immerhin knapp elf Prozent – etwas mehr als 300 Aktive - liegt, haben wir immer noch Luft nach oben.“

Als kritisch stuft die Kreisbrandmeisterin die Entwicklung der Anzahl der Jugendlichen in den Feuerwehren ein. Sie sank von etwa 500 im Jahr 2009 auf aktuell rund 340. Hier sehe es mit der Zukunft der Wehren im Coburger Land nicht allzu rosig aus. Man müsse keine Glaskugel bemühen, um zu erkennen, dass sich der seit Jahren abzeichnende Rückgang weiter fortsetzen werde. Um diesem Trend entgegen zu wirken, forderte Schultheiß die Feuerwehren auf, „aus diesem Jammertal“ herauszufinden, „um zuversichtlich, gestärkt und motiviert die Jugendarbeit fortzuführen“. Es nutze niemandem, sich nur mit Wehmut an frühere Zeiten zu erinnern und dabei die Herausforderungen der Gegenwart nicht zu erkennen. „Wir müssen mit Innovation und Kreativität vorausgehen und so manchen alten Zopf abschneiden, um die Jugend für die Feuerwehr zu begeistern“, so Diana Schultheiß. Dabei gelte es, andere Institutionen, Verbände, Schulen und die Politik mit ins Boot zu holen, „um so mit einer breiten Basis die Herausforderung anzunehmen, denn ohne Freiwillige Feuerwehr wird es wohl auch zukünftig nicht gehen“.

Positiv bewertet die Kreisbrandmeister hingegen die Entwicklung der Kinderfeuerwehren. Deren Anzahl sowie deren Mitglieder nähmen weiter zu. Dies komme nicht von ungefähr. Schlüsselfiguren seien Kreisbrandmeister Detlef Schoder, den Diana Schultheiß unterstützt, sowie alle Kinderfeuerwehrwarte mit ihren Helferinnen und Helfern. Mit viel Engagement, Ideenreichtum, der Fähigkeit, Kinder zu begeistern, und dem Maskottchen „Löschi“ hätten sich die Feuerwehren in den vergangenen Jahren weit über die Grenzen des Landkreises Coburg hinaus bekannt gemacht. Die Kreisbrandmeisterin hoffe, „dass der Hype weiterhin anhält“.

Erfreulich gut sei die Entwicklung der Atemschutzgeräteträger, deren Zahl sich im Landkreis Coburg nach einem Tiefpunkt im Jahr 2012, der unter 500 lag, jetzt auf 600 erhöht hat. Ihnen dankte Schultheiß, ebenso den Ausbildern unter der Leitung von Kreisbrandmeister Michael Hager in der Atemschutzübungsanlage in Ebersdorf. „Ihr macht einen super Job“, lobte die Kreisbrandmeisterin.