Friedenseiche in Fürth am Berg Neues Leben aus alten Ästen

Vorsitzender Wolfgang Zarske (hinten, Mitte) und seine Vorstandskollegen vom Obst- und Gartenbauverein Fürth am Berg übergaben mit Holzbildhauer Fridolin Bär (Mitte) und Bürgermeisterin Elke Protzmann (Zweite von rechts) das neue Ensemble. Die großen Holzkunstwerke erhielten an der Friedenseiche einen würdigen Platz. Foto: Tischer

Die Tage der Friedenseiche in Fürth am Berg sind gezählt. Dennoch wird sie nicht verschwinden. Dafür sorgt auch das Werk eines Bildhauers.

Fürth am Berg - Die Friedenseiche in Fürth am Berg symbolisiert den Zusammenhalt in Neustadts östlichstem Stadtteil. Der als Naturdenkmal ausgewiesene Baum wurde 1871 gepflanzt, musste aber vor rund einem Jahr stark zurückgeschnitten werden. Grund für die Schäden war wohl Wassermangel in den vergangenen Jahren. Bis 1984 war die Friedenseiche auf einer Insel rundum vom Wasser der Steinach umgeben.

„Dabei kam die Idee, die mächtigen Äste nicht als Brennholz zu nutzen, sondern zunächst einmal zu sichern“, blickte Wolfgang Zarske, Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins, zurück. „Wir vom Verein wollten ein Zeichen setzen: über die Vergänglichkeit des Baumes und gleichzeitig über das Weiterleben durch seine Früchte, die Eicheln“, erklärte Zarske.

Er war mit einigen Vorstandskollegen sowie Bürgermeisterin Elke Protzmann unter den geltenden Corona-Beschränkungen zusammengekommen, um ein Kunstwerk der Öffentlichkeit zu übergeben, das aus eben jenem Holz entstanden ist. „Unser Mitglied Fridolin Bär hat als Holzbildhauer Verantwortung übernommen und fünf überdimensionale Eicheln geschaffen“, schilderte der Vorsitzende.

Bär war schon als kleiner Junge bei den Nachwuchs-Gartenbauern, den „Stoppelhopsern“, aktiv; er kennt das Dorf und die Friedenseiche. Die Familie Bär ist mit dem Verein schon lange verbunden: Fridolin Bärs Großmutter Martha war mehr als drei Jahrzehnte in der Vereinsführung engagiert. „Große Unterstützung bekamen wir vom ehemaligen Stadtrat Walter Thamm. Er hat wegen seiner Landwirtschaft das schwere Gerät, um solche Aufgaben zu bewältigen“, dankte Zarske.

Zunächst sei er erschrocken gewesen, als er den Stamm der Friedenseiche gesehen habe, erinnerte sich der Holzbildhauer; doch „dann war ich froh, dass aus dem Alten etwas Neues geschaffen wurde“. Der erste Schnitt mit der Kettensäge sei für ihn so etwas wie eine Erlösung gewesen. Seine Pläne, was man mit dem Holz machen könnte, stießen bei allen Verantwortlichen auf offene Ohren. So konnten die fünf Eicheln nun vom Bauhof mittels Autokran an ihrem neuen – eigentlich alten – Ort aufgestellt werden.

„Der Bereich um die Friedenseiche hatte schon immer eine enorme Anziehungskraft“, betonte Zarske. Das Naturdenkmal, die Holzskulpturen sowie die Mauergestaltung der Steinach bildeten nun ein schlüssiges Konzept für das Areal. Die Schutzmauern, die Fürth am Berg vor dem Hochwasser der Steinach schützen sollen, werden begrünt und mit Holztafeln aufgewertet.

Der Platz an der Steinach-Brücke, den die neue Friedenseiche sowie eine Sitzgruppe zieren und an dem auch ein Radweg vorbeiführt, habe hoffentlich bald wieder die Anziehungskraft, die ihm gebühre, wünschte sich der Vorsitzende. Normalerweise wäre zu diesem Ereignis das halbe Dorf zusammengekommen, „einschließlich Musik und Bratwürsten“, bedauerte Zarske die Umstände, die nur einen kleinen Rahmen für die Feier zuließen.

„Es ist auch für mich ein besonderes Ereignis“, lobte Protzmann die Aktion. „Die Symbolik aus Eiche und Eicheln ist unschlagbar.“

Der stehen gebliebene Stamm der Friedenseiche ist bis zu seinem völligen Verfall als Lebensraum für Insekten, Käfer und andere Tiere gedacht.

 

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