Friedensfest Meeder „Zerbrechlich wie dünnes Glas“

Martin Rebhan

Der Vizepräsident des Landtages spricht in Meeder über Krieg und Frieden. Er appelliert an die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger.

Eines der schrecklichsten Bücher die er kenne, hatte Karl Freller, Vizepräsident des Bayerischen Landtages, anlässlich seiner Festrede in Meeder im Gepäck. Foto: Martin Rebhan

„Frieden ist eine feine Sache, aber leider zerbrechlich wie dünnes Glas.“ Mit diesem Satz nahm der Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Karl Freller (CSU), in seiner Rede anlässlich des Friedensgottesdienstes in der St. Laurentiuskirche in Meeder treffend Bezug auf die derzeitige Situation im Osten Europas. Freller weiter: „Wir können nicht auf Abstand gehen und mit den Schultern zucken.“ Er bezeichnete den Überfall Putins auf die Ukraine als einen Angriff auf die Werte der freiheitlichen und demokratischen Welt. Keinen Hehl machte er daraus, dass die scharfen Sanktionen gegenüber Russland auch Nachteile für die hiesige Bevölkerung bringen. „Die allermeisten Menschen sind aber bereit, Lasten zu tragen“, hielt der CSU-Politiker fest und fügte hinzu: „Unsere Solidarität, unsere Standhaftigkeit, unsere Bereitschaft zu Einschränkungen werden noch lange gefordert sein.“

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Bevor er die gegenwärtige Situation durchleuchtete, sprang der Festredner ins Jahr 1914, als junge deutsche Soldaten mit dem Wörterbuch „Die wichtigsten Ausdrücke für das tägliche Leben eines Soldaten im Verkehr mit Franzosen“ ausgestattet wurden. Karl Freller bezeichnete dieses als „eines der schrecklichsten Bücher“, die er kennt. Grund hierfür sind Übersetzungen wie „Der Teufel soll die holen, verfluchter Franzos“, „Die Waffen weg und Hände hoch“ oder „Schreibt an meine Eltern, ich sterbe“. An das Auditorium gewandt, forderte Freller: „Ich will, dass nie, nie wieder, egal in welcher Sprache, jemals einem Menschen in unserem Land solch ein Buch in die Hand gedrückt wird.“ Friedensbildung fängt für Freller schon im Kleinen an. Dazu gehört nach seiner Auffassung, dass Eltern ihren Kindern jenes beibringen: „Was du nicht willst, dass man dir antut, das füge an keinem anderen zu.“ Das diesjährige Friedensfest steht unter der Überschrift „Auf Frieden bauen.“ „Diese Mahnung zum Frieden ist aktueller und notwendiger denn je“, betonte Karl Freller abschließend.