Ein sengend heißer Tag im August. Helene Rümer hat miterleben müssen, dass ihre langjährige Freundin zu Grabe getragen wurde; wenige Wochen später besucht sie den Friedhof bei der Ritterkapelle in Haßfurt, um ihrer zu gedenken. Was sie dort sieht, erscheint der Prappacherin wie aus einem bösen Film: „Als ich so zwischen den Gräbern durchschritt, mit Sandalen, stachen mich zahllose Disteln in die Füße… Es drängen sich Assoziationen mit einer Wüste auf.“ Sie will sich setzen, sich ausruhen. Aber: „Bis auf ein paar kugelig getrimmter kurzgehaltener Bäume gibt es kein schattenspendendes Grün.“ Sie wendet sich an die Stadtverwaltung, beschreibt den Missstand und regt an: „Bitte, liebe Verwaltung, liebe Stadträte, lasst pflanzen, pflanzen, pflanzen.“ Hier zeigt sich, wie derzeit eine 2000 Jahre alte Friedhofskultur in der Krise steckt.
Friedhof Haßfurt Ein Kulturerbe in der Krise
Wolfgang Aull 28.11.2024 - 08:30 Uhr