Macht, so hat es der Soziologe Max Weber vor rund hundert Jahren definiert, bedeutet, „den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen“. Wie im Fall Jens Spahn also: Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Rücktritt seines Parteikollegen vom Fraktionsvorsitz erzwingen können, obwohl dem das, nach allem, was man hört, sehr wohl widerstrebte. Teil zwei steht dem CDU- und Regierungschef allerdings noch bevor: die Entscheidung über die neue Personalaufstellung. Im Vergleich dazu war der Rausschmiss die leichtere Übung, denn bei der Verteilung von Posten dürfte Merz‘ eigener Wille auf ziemlich viel Widerstreben ziemlich vieler Beteiligter stoßen.