Für Kinder Corona-Hilfe soll Nachteile ausgleichen

„Auch Familien brauchen Hilfe und Erholungsangebote, um wieder Kraft tanken zu können“: Familienministerin Franziska Giffey (SPD) Foto: dpa/Kay Nietfeld

Mit zwei Milliarden Euro unterstützt der Bund die Länder, damit Schülerinnen und Schüler ihre Lernrückstände aufholen und Familien sich von der Pandemie erholen können. Allein Bayern kann für kostenlose Nachhilfe mit ungefähr 158 Millionen Euro rechnen.

Berlin - Der Bund stellt eine Milliarde Euro für Nachhilfeunterricht bereit, der die Lernrückstände der Schülerinnen und Schüler nach mehr als einem Jahr Corona ausgleichen helfen soll. Nach vorangegangen Gesprächen mit den Ländern beschloss das Kabinett in Berlin am Mittwoch das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“, in dem Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zufolge eine „Lernmilliarde“ enthalten ist: „Jedes Kind soll trotz und nach der Corona-Pandemie die bestmöglichen Chancen auf gute Bildung und persönliche Entwicklung erhalten.“ Wegen des Ausfalls vieler Stunden im Präsenzunterricht gibt es zum Teil große Lernrückstände.

Konkret verteilt wird das Geld über die jeweiligen Bundesländer. Es steht vorrangig für Nachhilfe in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen zur Verfügung. In welcher Form die Schülerinnen und Schüler davon profitieren können, ist nur grob vorgegeben und im Prinzip Ländersache. „Mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln sollen die Länder im Schwerpunkt in den Sommerferien Sommercamps und Lernwerkstätten durchführen und mit Beginn des neuen Schuljahres unterrichtsbegleitende Fördermaßnahmen in den Kernfächern“, heißt es in der Mitteilung der Bundesregierung. Ministerin Karliczek wies zudem darauf hin, dass teilweise auch private Anbieter wie die Schülerhilfe damit beauftragt werden könnten.

Verteilt wird die „Lernmilliarde“ nach den Regeln des sogenannten Finanzausgleichsgesetzes, das sich vorrangig an der Einwohnerzahl orientiert. Bayern kann mit 158 Millionen Euro für das Schuljahr 2021/22 rechnen, Sachsen mit 49 Millionen und Thüringen mit 26 Millionen. Karliczek erwartet, dass diese Summen von den Ländern noch aufgestockt werden. Die coronabedingten Lernrückstände der Schulkinder auszugleichen erfordere eine „nationale Kraftanstrengung“.

Neben der Milliarde für die Nachhilfe soll mit derselben Summe zudem versucht werden, die psychischen Schäden bei Kindern und Jugendlichen, die die Pandemie verursacht hat, zumindest etwas zu lindern. Ein Teil des Geldes fließt in die frühkindliche Bildung, mit insgesamt 530 Millionen Euro werden zusätzliche Schulsozialarbeit oder Freizeiten unterstützt. Bedürftige Familien erhalten einmalig einen „Kinderfreizeitbonus“ in Höhe von 100 Euro. „Auch Familien brauchen Hilfe und Erholungsangebote, um wieder Kraft tanken zu können“, sagte die zuständige Ministerin Franziska Giffey (SPD) in Berlin.

 

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