Fußball Aus für Profi-Fußball bei Regionalligist

Michael Horling
Eher leere Ränge herrschten in Schweinfurt – der Verein zieht daraus Konsequenzen. Foto: IMAGO/Beautiful Sports/IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Julien Christ

In einer Neujahrsansprache verkündet Markus Wolf das Ende des Profi-Fußballs in Schweinfurt. Der Schritt hat seine Gründe.

Die Verkündung der Entscheidung war schon mal ein Vorgriff auf das, was Fans des Fußball-Regionalligisten FC 05 Schweinfurt ab Sommer dieses Jahres erwartet. Vorstand, Geschäftsführer und Hauptsponsor Markus Wolf verkündete das Aus des Profitums bei den „Schnüdeln“ via verspätetem Neujahrsbrief, der online auf die Homepage gestellt wurde. Längst freilich hatte sich das, was bald kommt, abgezeichnet. Wolf bedankte sich im Brief bei den Unterstützern und will aus 2022 „das Positive in Erinnerung behalten und aus dem Negativen lernen. Die richtigen Schlüsse ziehen und Verbesserungen anstreben. Mit Realismus und Weitsicht. Das sollte unser Vorsatz für das neue Jahr 2023 sein“, schreibt er. Und kündigt eben an, man werde „in Anbetracht der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unsere sportliche Ausrichtung ab der Saison 2023/24 entsprechend unseren finanziellen Rahmenbedingungen anpassen müssen.“ Konkret bedeutet das das Ende des Profispielbetriebs in der aktuellen Form.

Man wolle „künftig verstärkt auf Spieler setzen, die sich einerseits mit der neuen Konzeption identifizieren können und die den FC im Herzen tragen.“ Damit gesteht Wolf aber nur indirekt die Fehler der vergangenen Jahre ein, als die Schweinfurter immer wieder Spieler aus ganz Deutschland holten, während die besten regionalen Talente im 40 Kilometer entfernten Aubstadt landeten. Der TSV als Dorfverein überwintert mit drei Punkten mehr auf dem Konto drei Plätze vor den „Schnüdeln“, die enttäuschender Zehnter sind, 27 Zähler hinter Tabellenführer Unterhaching. Fast noch schlimmer ist das komplette Desinteresse der Anhänger. Die Zuschauerzahlen pendelten sich zuletzt zwischen 300 und 400 ein.

 

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