Auch bei Auswechslungen muss es schnell gehen: Zehn Sekunden bleiben den Spielern, um nach der Anzeige des Wechsels das Feld zu verlassen. Überschreitet der Fußballer das Zeitlimit, muss sein Ersatz mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf. Heißt: Das Team spielt so lange in Unterzahl.
Nicht nur bei Auswechslungen müssen Spieler künftig mit einer Zwangspause rechnen. "Ein verletzter Spieler darf nicht auf dem Spielfeld behandelt werden und muss, wenn die Verletzung zu einer Spielunterbrechung oder einer Verzögerung der Spielfortsetzung führt, das Spielfeld verlassen und darf dieses erst eine Minute nach der Spielfortsetzung wieder betreten", heißt es im Regelwerk. So soll Zeitspiel in Form von simulierten Verletzungen - besser: Schauspielerei - verhindert werden. Ausnahmen bestehen etwa, wenn sich Torhüter verletzen oder Spieler desselben Teams nach einem Zusammenprall behandelt werden müssen.
Und sonst?
"Beim Thema Handspiel wäre es wünschenswert, für Spieler, Trainer und Fans mehr Klarheit, Nachvollziehbarkeit und vor allem Einheitlichkeit unabhängig von Schiedsrichtern zu haben, sagt Leverkusens Trainer Carles Martínez. "Ziel sollte es sein, dass vergleichbare Situationen unabhängig vom Schiedsrichter zu vergleichbaren Entscheidungen führen. Das würde grundsätzlich die Akzeptanz der Entscheidungen erhöhen."
Fakt ist: Hier gibt es keine neuen Regeln. "Wir haben beim Handspiel keine Diskussionen gehabt, zumindest null in der Rückrunde. Wir sind happy mit dem Umgang beim Handspiel, da gibt keine neuen Anweisungen", sagt Marco Fritz, Leiter Evaluation der Schiri GmbH.
Daniel Siebert, der das Champions-League-Finale zwischen Paris St. Germain und dem FC Arsenal aus London geleitet hat, erklärt: "Ich persönlich finde, wir haben da eine gute Linie gefahren." Sein "Erziehungsauftrag" sei, zu vermitteln: "Nicht jedes Mal, wenn der Ball an die Hand klatscht, ist es Handspiel."