⚽ Fußball-EM Ganz Leipzig trägt oranje

, aktualisiert am 21.06.2024 - 20:40 Uhr
Oranje-Fans in Leipzig. Foto: Marcus Schädlich

Beim zweiten Gruppenspiel in Mitteldeutschland begeistern die niederländischen Fans – schon vor dem Spiel.

 
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Die Sportstadt Leipzig ist einiges gewohnt: Neben den Champions-League-Spielen von RB Leipzig, zu denen die Creme de la Creme des europäischen Fußballs kommt, gibt es auch noch in der Regionalliga die stets stimmungsvollen Spiele der Traditionsvereine Lok und Chemie Leipzig. Doch eine Invasion von knapp 30.000 Fans eines Landes – das hat es schon lang nicht mehr in der Messestadt gegeben.
Und so standen am Freitag auch viele Leipziger am Straßenrand, als die Fans der Elftal, also des niederländischen Nationalteams, die Innenstadt mit ihren orangefarbenen Trachten fluteten. Stimmungsvoll wie immer, ausgelassen feiernd natürlich auch.

Video: Marcus Schädlich


Dabei war der Tag nicht ganz nach den Wünschen der Fans gestartet: Am Nachmittag gingen sturzflutartige Regengüsse über der Stadt nieder. Auf den Straßen bildeten sich kleine Bäche.

Schon am Tag zuvor hatte es Befürchtungen gegeben, dass aufgrund des Wetters erneut das Fanfest abgesagt werden müsste. Schon beim ersten Gruppenspiel in Leipzig, dem einzigen EM-Standort in den neuen Bundesländern, zwischen Portugal und Tschechien ließ ein Unwetter die Feste schließen. Auch im Stadion mussten sich vor allem die Zuschauer in den ersten Reihen vor dem Dauerregen retten. 

Die Wetterlage entspannte sich diesmal aber am frühen Nachmittag, hatte aber etwas aufs Gemüt der niederländischen Fans geschlagen. „Die Stimmung ist noch nicht so gut“, hatte ein Oranje-Fan auf dem Fanfest gesagt.

Tatsächlich hatten sich zum zweiten Gruppenspiel gegen die Franzosen nicht so viele Fans nach Leipzig aufgemacht – aus beiden Fanlagern. In Hamburg waren noch 40.000 Niederländer zu Gast, in Leipzig waren es wohl gerade einmal die Hälfte. Die Stadt erwartete 25.000 Fans aus beiden Lagern – nach 80.000 bei Portugal gegen Tschechien.

Stimmungsvoll war es trotzdem. Schon früh meldete die sächsische Polizei: Der Wilhelm-Leuschner-Platz, wo sich die niederländischen Fans vor dem Spiel versammelt sei überfüllt und musste die Tore für weitere Fans schließen. Die warteten einfach außerhalb – und auf das, worauf sich alle fußballbegeisterten Leipziger freuten: den Fanmarsch der Niederländer. Die Bilder aus Hamburg gingen um die Welt, als die wild tanzenden Niederländer in den Straßen für eine unvergleichliche Party sorgten. 

Und so säumten viele Leipziger die Strecke, als sich die Niederländer auf den Weg ins Stadion machten. Zwei Partybusse beschallten die Fans mit Partymusik – und 4600 Kehlen stimmten mit ein. Der Fanmarsch war kleiner als ursprünglich erwartet ausgefallen. Angeführt von Büsten der niederländischen Helden Marco van Basten, Ruud Gullit und Johan Cruyff marschierten die sangesfreudigen Fans in die Arena. Zu „Sweet Caroline“ sangen alle mit, Rauchtöpfe wurden gezündet – und dann tanzten die Niederländer zum sehnsüchtig erwarteten „Links, rechts“-Song von Snollebollekes. Der Tanz war in Hamburg zu einem Social-Media-Hit geworden und ließ am Freitagabend auch die Leipziger mittanzen.

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